NFL-Auslandschef Akash Jain im Interview "Deutschland spielt bei der Expansion der NFL eine sehr wichtige Rolle"

Mittwoch, 01. Februar 2017
NFL-Manager Akash Jain sprach mit HORIZONT - und auch beim Podium des SPOBIS in Düsseldorf
NFL-Manager Akash Jain sprach mit HORIZONT - und auch beim Podium des SPOBIS in Düsseldorf
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Ein NFL-Spiel in Deutschland? Nicht ausgeschlossen, dass die American-Football-Profiliga die Wünsche der Fans bald erhört. Schon vor dem 51. Super Bowl am Sonntag in Houston denkt die NFL an die Zukunft und treibt die Expansion des Sports und auch ihrer Marke voran. Im Interview spricht Akash Jain, Vice President International Commercial Development bei der NFL, über die deutsche Rolle bei der Internationalisierung, die Partnerschaft mit Pro Sieben Sat 1 und die Digitalstrategie.

Mr. Jain, nächste Saison gibt es vier NFL-Spiele in London, dazu eins in Mexiko City. Ist damit die Obergrenze schon erreicht? 
Akash Jain: Es gibt hier kein Maximum oder Minimum. Wir arbeiten eng mit den Teams und ihren Besitzern zusammen, um zu definieren, wie viele Partien wir pro Jahr im Ausland spielen können. Das hängt ab von Spielplänen, Logistik, potenziellen Stadien und den Märkten, die wir im Blick haben. Wir schauen uns dabei definitiv auch die Möglichkeiten in anderen Ländern außer England und Mexiko an.

Wann sehen wir ein NFL-Spiel in Deutschland? Das ist schwer vorauszusagen. Wir wollen mehr und mehr Partien außerhalb der USA abhalten, weil uns das die Möglichkeit gibt, die Fan-Base zu erweitern. Dafür evaluieren wir verschiedene Märkte. Deutschland spielt bei der Expansion eine sehr wichtige Rolle, wir verzeichnen hier große Erfolge - vor allem in der jüngeren Vergangenheit. Und die Stadien sind potenziell gut geeignet. Aber es gibt keinen festen Zeitplan.
Ganz schön kleine Dose für einen ganz schön großen und grünen Superhelden
Bild: Screenshot Youtube

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Wie gelingt es Ihnen bis dahin, das Interesse hierzulande weiter zu steigern? Indem wir die NFL-Experience nach Deutschland bringen. Das beginnt beim TV, wo wir eng mit Pro Sieben Sat 1 zusammenarbeiten. Darüber hinaus sind wir in Digital und Social Media deutlich aggressiver geworden, wo wir seit vergangenem Jahr auch lokalisierten Content verbreiten (mit Unterstützung von Lagardère Sports, Anm. d. Red.). Und wir sind tatsächlich mit der NFL vor Ort vertreten: Im vergangenen Sommer kam Superstar Odell Beckham Jr. nach München, unglaublich viele Fans waren live dabei.

Es heißt immer wieder, ein Team in London wäre eine Option. Wie ist hier der Stand? Sie können sich vorstellen: Eine internationale Franchise aufzubauen ist ein riesiger Aufwand, deshalb überstürzen wir nichts - und haben auch hier keinen festgelegten Zeitplan. Aber aus allem, was wir im britischen Markt machen, lernen wir für die Zukunft: die Zahl der Partien, Logistik, Spielpläne. Letztlich geht es darum, das Gleichgewicht im Wettbewerb zu gewährleisten - egal, ob für ein potenzielles Team in London oder sonst wo auf der Welt. Dieses Team muss die gleichen Erfolgschancen haben wie jedes andere in den USA.

Vergangenen Sommer kam mit Moritz Böhringer erstmals ein Spieler direkt aus Deutschland in die NFL - wie wichtig sind solche lokalen Helden für die Popularität der Liga im Ausland? Sie sind ein wichtiges Puzzleteil, um Fangemeinschaften in den Märkten aufzubauen. Local heroes schaffen eine lokale Relevanz und generieren lokale Geschichten. Deshalb beschäftigen wir uns mehr und mehr damit, große Talente rund um den Globus zu identifizieren und ihnen die Chance zu geben, den Weg in die NFL zu schaffen. Dabei arbeiten wir als Liga eng mit den Teams und ihren Besitzern zusammen.
Andreas Hartleb, Henkel
Bild: Henkel

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Im TV kooperieren Sie hierzulande mit Pro Sieben Sat 1. Der aktuelle Vertrag endet 2018. Sind Sie in Gesprächen? Es gibt einen kontinuierlichen Dialog mit P7S1, denn unsere Partnerschaft ist fantastisch: Die Zuschauerschaft wächst stetig und wie wir hören, hat das NFL-Programming auch den Marktanteil der Sendergruppe wachsen lassen. Im Moment konzentrieren wir uns aber ausschließlich darauf, einen größtmöglichen Buzz rund um den diesjährigen Super Bowl zu generieren.

Ein anderer Partner war in der letzten Saison Twitter, wo die NFL zehn Saisonspiele live ausgestrahlt hat. Ihr Fazit? Es war ein guter Start für uns, die Übertragungsqualität war herausragend und das Feedback sehr gut. Wir evaluieren gerade die Ergebnisse, befinden uns aber auch in Diskussionen mit anderen digitalen Plattformen. fam

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