Uber-Reaktion Warum Sixt für den Chauffeur-Service Mydriver eine eigene Kampagne schaltet

Mittwoch, 10. September 2014
Die Anzeigen erscheinen in Tageszeitungen
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Mydriver Uber Vermittlungsservice Start-up Jung von Matt


Viel ist in diesen Tagen die Rede von dem umstrittenen Start-up Uber, dem jüngst deutschlandweit die Vermittlung von Privat-Fahrern untersagt wurde - öffentliches Getöse inklusive. Auch Sixt ist mit dem Vermittlungsservice Mydriver auf dem Markt der Taxi-Alternativen unterwegs - und zwar nach eigenen Angaben wesentlich erfolgreicher als Uber. Die Marktposition will Sixt nun mit einer Werbekampagne für Mydriver unterstreichen.
Derzeit schaltet das Unternehmen Anzeigen in Tageszeitungen, die die Vorzüge von Mydriver auf den Punkt bringen sollen: Statt einer nach "Dönerkippenduftbaum" riechenden Beförderungsgelegenheit bekommt man bei Mydriver ein wirklich gutes - sprich: qualitativ hochwertiges - Angebot unterbreitet, so die Botschaft der Anzeige. Und die Werbe-Offensive soll noch weitergehen: Die von der Sixt-Stammagentur Jung von Matt gestaltete Kampagne soll auch auf Flughafenwerbung und Social-Media-Maßnahmen ausgeweitet werden, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von HORIZONT Online erklärt.
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Bild: Bild: Fotolia, Christian Müller

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Vor allem aber will Sixt die Aufmerksamkeit von Uber ablenken. Zwar gilt das amerikanische Unternehmen einer Schätzung des "Wall Street Journal" zufolge mit einer Bewertung von 18,2 Milliarden Dollar als wertvollstes Digital-Start-up in 2014 - Mydriver habe jedoch zumindest in Deutschland die wesentlich höhere Marktrelevanz, sagt Sixt. Diesen Sommer, knapp anderthalb Jahre nach dem Start, verzeichnete Mydriver die 100.000 Fahrtbuchung und erreicht eigenen Angaben zufolge eine Marktabdeckung von 90 Prozent. Was das in Bezug auf den Taximarkt bedeutet, den Mydriver ja angreifen will, lässt sich nicht genau beziffern. Der Markt ist mit seinen rund 22.000 Anbietern (Bundesverkehrsministerium, 2012) extrem fragmentiert.

Und: Mydriver betont, keine rechtlichen Grauzonen zu nutzen. Alle Partner verfügten über eine offizielle Erlaubnis zur Fahrgastbeförderung und müssten ihre Eignung auch per ärtzlichem Gutachten belegen. Auch damit will man sich von Uber abheben, das kürzlich eine Einstweilige Verfügung des Landgerichts Frankfurt kassierte. Diese untersagte dem Unternehmen deutschlandweit die private Vermittlung von Fahrern über den Service Uber Pop. Begründung: Das Angebot verstoße gegen das Personenbeförderungsgesetz. Geklagt hatten die in der Servicegesellschaft Taxi Deutschland organisierten Taxifahrer, die in Uber einen unfairen Wettbewerber für die eigene Dienstleistung sehen. Uber kündigte seinerzeit Widerspruch gegen die EV an.

Mydriver-Chef Carl Schuster ist über das große Uber-Echo jedoch nicht nur unerfreut: "Mit Uber gemeinsam haben wir den Anspruch, dass es dringend einen Wettbewerb für den eingesessenen Taxi-Markt geben muss", so Schuster zur "FAZ". "Deswegen  ist die aktuelle öffentliche Diskussion grundsätzlich gut." Doch auch Mydriver war bereits im Visier der Taxi-Zunft: Mit einer Abmahnung wollte die Taxi-Vereinigung Frankfurt durchsetzen, dass Mydriver nicht länger für sich als Taxi-Alternative werben darf. Das Landgericht München I hat die Forderung der Taxi-Unternehmer im August allerdings zurückgewiesen. ire
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