Anti-Trump-Statement? Wie Mini in den USA ein Zeichen für Offenheit und Toleranz setzt

Dienstag, 26. Juli 2016
Mini wirbt mit Ibtihaj Muhammad
Mini wirbt mit Ibtihaj Muhammad
Foto: Mini

Gut zehn Tage vor der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Rio lässt die BMW-Tochter Mini in den USA ihre Olympia-Kampagne anlaufen. Der Auftritt, der an die Super-Bowl-Spots vom Februar 2016 anknüpft und mitten im US-Präsidentschaftswahlkampf startet, hat auch eine politische Dimension. In einem der Commercials tritt mit der Fechterin Ibtihaj Muhammad auch eine Muslima auf - mit Kopftuch. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner Donald Trump hatte zuletzt mehrfach mit der Ankündigung, als US-Präsident ein Einreiseverbot für Muslime durchsetzen zu wollen, für Schlagzeilen gesorgt.
Mit Produktwerbung hält sich Mini in der von Stammbetreuer Butler, Shine, Stern & Partners entwickelten Kampagne stark zurück. Kein einziges Modell wird in den Videos präsentiert. Durch den Auftritt von Ibtihaj Muhammad erhält die Werbung allerdings eine politische Botschaft, die man durchaus als Gegenprogramm zu den Ideen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump verstehen kann: Offenheit, Toleranz und Integration.
Die Fechterin ist weltweit bekannt. Als erste muslimische Frau hat sie bei der Qualifikation für das U.S. Olympic Team ein Kopftuch getragen. Und sie wird damit auch bei den Wettkämpfen in Rio antreten. Doch die Sportlerin, die im Alter von 13 Jahren ihre Karriere startete, ist auch außerhalb der Planche vielseitig. 2014 startete die praktizierende Muslima eine eigene Modelinie. Außerdem engagiert sie sich als Botschafterin für die U.S. Department of State’s Empowering Women and Girls Through Sport Initiative. Das Magazin "Time" zählt sie zu den hundert einflussreichsten Menschen des Jahres. Muhammad ist freilich nicht das einzige Testimonial der Kampagne. In den Online-Videos, acht Stück insgesamt, sprechen viele andere Athleten über Vorurteile und Etiketten, mit denen sie im Laufe ihres Lebens zu kämpfen hatten.
Dazu gehören neben Tennis-Star Serena Williams auch Carlin Isles (Rugby-Nationalspieler), Jake Gibb (Beachvolleyball), Morgan King (Gewichtheberin),  Carlos Balderas (Boxer), Claressa Shields (Boxerin, Gold 2012 im Mittelgewicht) und Cullen Jones (Freistil-Schwimmer, Gold 2008 und 2 x Silber 2012). Die schlichten Videos lehnen sich eng an die Super-Bowl-Kampagne von Anfang des Jahres an. Damals erzählten sechs Sportlegenden - unter ihnen übrigens auch Williams - über Etiketten, die man ihnen im Laufe ihrer Karriere angeheftet hat. mir
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