"Musik ist bunt" Deezer und der FC St. Pauli gehen gemeinsam gegen rechte Musik vor

Freitag, 01. April 2016
Deezer und St. Pauli tun sich gegen Rechts zusammen
Deezer und St. Pauli tun sich gegen Rechts zusammen
Foto: Dojo/Deezer

Rechtsextremes Gedankengut wird nicht selten über Musik transportiert - Stichwort Rechtsrock. Der Musikstreamingdienst Deezer kann darüber - leider - ein Lied singen. Trotz zahlreicher Vorsorgemaßnahmen finden sich in der Musikbibliothek des Anbieters entsprechende Dateien. Damit soll nun Schluss sein: Gemeinsam mit dem Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli ruft Deezer seine Nutzer dazu auf, fremdenfeindliche oder diskriminierende Inhalte zu melden.
Die Aktion, die unter dem Motto "Musik ist bunt" läuft, zeigt ein Problem auf, das auch andere Plattformen wie Youtube beschäftigt: Jeden Tag werden tausende neue Inhalte hochgeladen - und selbst trotz gründlicher Prüfung schaffen es dabei auch fragwürdige und justiziable Bilder oder Texte ins Netz. "Bei einem Katalog von über 40 Millionen Liedern ist es, trotz vertraglicher Vereinbarungen, zahlreicher Titelfilter und regelmäßigen Stichproben kaum möglich, alle neuen Inhalte zu prüfen", teilt Deezer mit. Daher holt man sich nun Hilfe bei den Nutzern: Unter der E-Mail-Adresse musikistbunt@deezer.com können sie fremdenfeindliche und diskriminierende Inhalte melden. Sollten die gemeldeten Musiktitel gegen die Nutzungsvereinbarungen von Deezer verstoßen, werden sie unmittelbar gelöscht. Erste Erfolge gibt es laut Deezer bereits: Insgesamt wurden bisher 34 Bands dauerhaft gelöscht. "Auf Deezer haben rassistische und diskriminierende Inhalte keinen Platz. Musik darf nicht für rechte Zwecke missbraucht werden und dafür setzen wir ein Zeichen", sagt Michael Krause, Vice President Zentral- und Osteuropa bei Deezer.

Unterstützung bekommt Deezer bei der Kampagne vom FC St. Pauli. Der Fußballclub und seine Fans setzen immer wieder Zeichen im Kampf gegen Rechts oder engagieren sich auf andere Weise gesellschaftlich, etwa mit der sozialen Plattform Kiezhelden. "Ich möchte mich bei Deezer bedanken, dass es Ihnen trotz des harten Wettbewerbs der Musikabodienstleister in dieser Sache um Haltung und nicht um Umsatz geht", so Vereinspräsident Oke Göttlich. "Wir vom FC St. Pauli begrüßen gerade in politischen Tagen wie diesen, Stellung zu beziehen und sich klar gegen rassistische und diskriminierende Tendenzen in der Musikkultur zu positionieren. Auf dass viele andere Musikanbieter folgen werden." ire
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