Mobilität der Zukunft Daimler-Chef Zetsche kann sich Kooperation mit Uber vorstellen

Donnerstag, 09. Juni 2016
Macht Daimler-Chef Dieter Zetsche gemeinsame Sache mit Uber?
Macht Daimler-Chef Dieter Zetsche gemeinsame Sache mit Uber?
Foto: Daimler AG
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Ob sich da etwas Großes anbahnt? Daimler-Chef Dieter Zetsche kann sich eine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Fahrdienst-Vermittler Uber vorstellen. Das sagte der 63-Jährige gestern Abend auf der NOAH-Konferenz in Berlin, wo er zusammen mit Uber-CEO Travis Kalanick auftrat. "Wir können potenziell in manchen Bereichen kooperieren und in anderen Konkurrenten sein", so Zetsche.
Daimler gegen Uber: Das wäre vor einigen Jahren noch ein ausgesprochen ungleiches Duell gewesen. Nicht so am gestrigen Tag. In Berlin begegneten sich die beiden Unternehmensvertreter auf Augenhöhe. Mehr sogar: Seite an Seite. Zetsche und Kalanick kamen in einem gelben Trabi (am Lenkrad Kai Diekmann) vor das jubelnde Publikum gefahren. Ein Bild mit Symbolkraft. Konkretes vermochte der Daimler-Chef jedoch nicht anzukündigen. Für einen Einstieg sei Uber mit einer Bewertung von zuletzt mehr als 60 Milliarden Dollar ohnehin zu teuer. "Wir streben einen kontrollierten Einfluss an und müssten dafür vielleicht 35 Millionen Dollar locker machen." Kalanick ließ daraufhin wissen, dass er diese Summe nicht ausschlagen würde.
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Während Zetsche zögert, machen es andere Hersteller bereits vor und suchen systematisch die Nähe zu Mobilitäts-Startups. Toyota etwa beteiligte sich vor wenigen Wochen an Uber. Auch Fiat will laut Medienberichten mit dem "Taxi-Schreck" zusammenarbeiten. Volkswagen stieg jüngst mit 300 Millionen Dollar beim Uber-Konkurrenten Gett ein.

Daimler hingegen setzt bislang auf die Entwicklung eigener Mobilitätsdienste. Die Schwaben starteten etwa das Carsharingsystem Car2Go, den Taxivermittler Mytaxi (Mercedes ist einer der größten Auto-Lieferanten für die deutsche Taxi-Branche), die Plattform Moovel und investierte vor Jahren in den Uber-Konkurrenten Blacklane. "Wir wollen den Wandel mitgestalten, anstatt selbst verwandelt zu werden", begründet Zetsche, der sich die Gelegenheit nicht nehmen ließ, für die neue, autonom fahrende E-Klasse zu trommeln.

Und weil sich Daimler gut auf die Zukunft vorbereitet fühlt, betrachtet Zetsche Uber nicht als Feind. "Ich würde es eher Frienemy nennen." Freund und Feind in einem. Kalanick sieht das ähnlich. Der 36-Jährige, der in der Vergangenheit oftmals durch sein freches Auftreten für Schlagzeilen gesorgt hatte, war in Berlin auf diplomatischer Mission unterwegs. Er weiß, dass der deutsche Mobilitätsmarkt enormes Potential birgt. Das Problem: Uber kommt hierzulande nicht wirklich zum Zug. Nach Gerichtsurteilen musste der kalifornische Fahrdienst-Vermittler mehrere Angebote weitgehend einstellen. Aktuell werden nur Taxis in Berlin vermittelt, in München auch Mietwagen mit Fahrern im Dienst von UberX. Doch Kalanick gibt sich optimistisch: "Ich bin sehr geduldig mit Deutschland."

Kalanick äußerte sich auf der NOAH-Konferenz auch zu den umstrittenen Investements des saudi-arabischen Staatfonds in Milliardenhöhe. Uber ist in Saudi-Arabien sehr erfolgreich. "80 Prozent unserer Kunden in diesem Markt sind Frauen. Sie dürfen dort nicht selbst Auto fahren. Wenn wir also das Investement annehmen und den Frauen mehr Mobilität ermöglichen, dann ist das ein Fortschritt." ron (mit dpa-Material)
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