Mobilfunk-Riese O2 und E-Plus-Gruppe schmieden Konzern mit 43 Millionen Kunden

Dienstag, 23. Juli 2013
O2 attackiert die Platzhirsche Telekom und Vodafone
O2 attackiert die Platzhirsche Telekom und Vodafone

Die Übernahme der E-Plus-Gruppe durch Telefónica Deutschland ist so gut wie in trockenen Tüchern. Die deutsche Tochtergesellschaft des spanischen Telekommunikationskonzerns und die niederländische E-Plus-Muttergesellschaft KPN haben am späten Montagabend eine Vereinbarung zum Verkauf des Düsseldorfer Unternehmens unterzeichnet. Sollten die Aktionäre der Empfehlung der Unternehmen folgen und dem Deal zustimmen, dann entsteht ein neuer deutscher Telekommunikationsriese mit 43 Millionen Kunden und einem Umsatz von 8,6 Milliarden Euro. Die Übernahme der E-Plus-Gruppe lässt sich Telefónica 5 Milliarden Euro in bar kosten. Außerdem soll KPN mit 17,6 Prozent an Telefónica Deutschland beteiligt werden. Beide Unternehmen erhoffen sich von dem Deal massive Einsparungen. Die Synergien werden auf 5 bis 5,5 Milliarden Euro beziffert.

"Die Aussicht, solch signifikante Werte in Deutschland durch den Verkauf von E-Plus freizusetzen, ist eindeutig und überzeugend. Durch die Kombination aus E-Plus und Telefónica entsteht ein Mobilfunkanbieter mit attraktiven Synergien und Wachstumspotenzialen in Europas größtem Wirtschaftsraum", sagt KPN-CEO Eelco Blok. KPN werde sich nach diesem Verkauf auf seine Kernmärkte fokussieren.

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Telefónica steigt mit der Übernahme zum - nach Kunden - größten Mobilfunker Deutschlands auf. Mit über 43 Millionen Handykunden liegt das gemeinsame Unternehmen vor der Deutschen Telekom (37 Millionen Mobilfunkkunden) und dem Düsseldorfer Vodafone-Konzern, der Ende März dieses Jahres 32,4 Mobilfunkkunden hatte (siehe Chart). "Beide Unternehmen sind als dynamisch und innovativ bekannt, da sie den Markt immer wieder mit neuartigen Produkten und Services verändern. Dies wird auch weiterhin unsere Unternehmensstrategie sein", sagt René Schuster, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland. "Unsere Kunden werden von einem umfassenden Angebot an Telekommunikationsdienstleistungen profitieren, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind", so Schuster weiter.

Details zur künftigen Markenstrategie stehen noch nicht fest. Eine Formulierung in der offiziellen Pressemitteilung lässt sich aber so deuten, dass zumindest die großen Marken der E-Plus-Gruppe überleben werden. So ist von "etablierten Marken" die Rede, mit denen das Unternehmen "alle relevanten Kundensegmente bedienen" könne. mas
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