Mister Spex Warum der Online-Optiker in der Werbung auf große Emotionen verzichtet

Dienstag, 28. November 2017
Jens Reich ist seit März 2016 Marketingchef des Online-Brillenhändlers Mister Spex
Jens Reich ist seit März 2016 Marketingchef des Online-Brillenhändlers Mister Spex
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Mister Spex Jens Reich


In diesen Tagen feiert der Online-Optiker Mister Spex seinen zehnten Geburtstag - längst hat sich das in Berlin gegründete Unternehmen im deutschen Markt etabliert und ist inzwischen sogar europäischer Marktführer. Welchen Herausforderungen das ehemalige Start-up aktuell gegenüber steht und wieso Optiker-Werbung eigentlich fast immer nüchtern und sachlich sein muss, erklärt Marketingchef Jens Reich im Video-Interview mit HORIZONT Online und Turi2.
Der Weg von Mister Spex ins Ausland war von Anfang vorgezeichnet - schon der aus dem Englischen abgeleitete Name ("specs" bedeutet Brille) zeigt, dass die Roadmap der Gründer schon immer in Richtung Internationalisierung ging. Doch wie in den meisten Märkten kämpft das Unternehmen auch in der DACH-Region mit einer Hürde, die das weitere Wachstum etwas bremst: Den allergrößten Teil der Optiker-Einkäufe tätigen die Kunden im stationären Handel - satte 95 Prozent. Die Marktpenetration der Online-Händler liegt demnach bei 5 Prozent.
"Das zeigt, dass die Kernherausforderung ist, den klassischen Offline-Kunden davon zu überzeugen, dass er seine Brille auch Online kaufen kann - oder wie wir es anbieten, in einem Hybridmodell aus On- und Offline", sagt Jens Reich, seit 2015 bei Mister Spex und seit März 2016 Chief Marketing Officer. Die Mitbewerber im Netz - allen voran Brille24 - sieht er daher weniger als Konkurrenz denn als Sparringspartner: "Ich glaube sogar, dass sich das befruchten kann. Wir ziehen da an einem Strang." Zentrales Anliegen sei die Aufklärung der klassischen Offline-Kunden, bei denen oftmals noch Vorbehalte gegenüber dem Kauf im Netz bestünden. Das ist auch der Grund dafür, dass die Werbekampagnen von Mister Spex & Co in der Regel sachlich und nüchtern gehalten sind und auf große Emotionen verzichten, sagt Reich: "Die Brille ist ein medizinisches Produkt, daher ist es extrem wichtig, dass das Thema Kompetenz auch in der Art der Ansprache vermittelt wird." fam
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