Milliarden-Deal Unilever verkauft Rama und Becel an KKR

Freitag, 15. Dezember 2017
Unilever stößt Brotaufstrich-Sparte ab
Unilever stößt Brotaufstrich-Sparte ab
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Der Lebensmittelkonzern Unilever hat sein Geschäft mit Brotaufstrichen an den Finanzinvestor KKR verkauft. Das niederländisch-britische Unternehmen erhält dafür 6,83 Milliarden Euro, wie Unilever am Freitag in London mitteilte. Der Abschluss der Transaktion werde Mitte nächsten Jahres erwartet.
Unilever hatte sich nach dem abgewehrten Übernahmeversuch durch den US-Konzern Kraft Heinz ein umfangreiches Veränderungsprogramm verordnet. Das Ziel des Programms ist - wie so oft - eine massive Senkung der Kosten. Im Zuge dessen hatte Unilever auch angekündigt, die Marketing-Ausgaben zu drosseln - und zwar weltweit um knapp ein Drittel. Auch die Anzahl der Agenturpartner soll dem Vernehmen nach drastisch reduziert werden.  Im Zuge dessen hatte der Konzern auch angekündigt, sich von seinen Brotaufstrich-Geschäften mit Marken wie Rama, Becel und Flora trennen zu wollen.

Unilever hatte zuletzt versucht, seine Brotaufstrichmarken wieder auf Vordermann zu bringen. So war Anfang des Jahres eine große Kampagne für Rama gestartet. Der von GH Mullen Lowe in Amsterdam entwickelte Auftritt mit dem Slogan "Hallo neue Rama" (Media: Mindshare) sollte die Margarine neu positionieren - und wohl für den Verkauf aufhübschen. Das ist nun offenbar gelungen. Für Becel hatte  Unilever zuletzt 2016 geworben, neben TV-Spots setzte Unilever damals auch auf eine von C3 entwickelte Below-the-Line-Kampagne.
Mit dem Verkauf des Brotaufstrich-Geschäfts trennt sich Unilever von einer seiner schwächsten Sparten. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei gut 3 Milliarden Euro - konzernweit waren es im gleichen Zeitraum knapp 53 Milliarden Euro. Mit im Rennen um die Sparte waren dem Vernehmen nach auch die Finanzinvestoren Apollo und CVC.

Der Konzern will sich auf seine gut laufenden Geschäfte konzentrieren. Zu Unilever gehören Marken wie Knorr, Dove und Ben & Jerry's. Der Erlös aus dem Verkauf soll den Aktionären zufließen, es sei denn, es ergebe sich eine "wertschöpfende Zukaufsmöglichkeit", erklärte das Unternehmen. mas/dpa
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