Milliarden-Deal Google verkauft Motorola an Lenovo

Donnerstag, 30. Januar 2014
-
-

Google kann nicht nur kaufen, sondern auch verkaufen. Der Suchmaschinenriese, der in jüngster Zeit immer wieder mit großen Übernahmen auf sich aufmerksam machte, stößt die 2012 für satte 12,5 Milliarden US-Dollar erworbene Mobility-Sparte von Motorola wieder ab. Käufer ist Lenovo. Der chinesische PC-Riese zahlt für Motorola Mobility gerade einmal 2,9 Milliarden US-Dollar. Auch wenn sich Google wichtige Patente sichern konnte - das Kapitel Motorola war für Google wohl nicht gerade ein gutes Geschäft.
Google-Boss Larry Page will sich noch stärker auf Android konzentrieren
Google-Boss Larry Page will sich noch stärker auf Android konzentrieren
Google hatte bereits Ende 2012 die Set-Top-Box-Sparte von Motorola für 2,3 Milliarden US-Dollar an Arris verkauft. Jetzt stößt der Suchmaschinenriese auch die defizitäre Mobility-Sparte von Motorola ab, die im dritten Quartal 2013 einen Verlust von 248 Millionen Dollar und ein Umsatzminus um 36 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar verkraften musste.

Google-Chef Larry Page lobt in einem Blog-Post zwar die Leistung von Motorola-Manager Dennis Woodside. Dieser habe mit seinem Team einen "großartigen Job" gemacht. Sogar die Geräte Moto G und Moto X, die nicht so gut angekommen sind wie erhofft, bezeichnete Page als Erfolg. Zudem hätten die Motorola-Patente die Android-Plattform von Google vorangebracht.

"Der Wettbewerb im Smartphonemarkt ist aber sehr hart." Um den Markt voranzubringen, müsse man sich dem Geschäft voll und ganz widmen. "Daher glauben wir, dass Motorola bei Lenovo besser aufgehoben ist", so Page.

Larry Page: Der Wettbewerb im Smartphonemarkt ist sehr hart. Um den Markt voranzubringen, muss man sich dem Geschäft voll und ganz widmen. Daher glauben wir, dass Motorola bei Lenovo besser aufgehoben ist.“
Lenovo verfüge über ein rasant wachsendes Smartphonegeschäft und sei der größte und am schnellsten wachsende PC-Hersteller der Welt. Der Verkauf ermögliche Google, sich wieder voll und ganz auf die Weiterentwicklung des Android-Ökosystems zu konzentrieren, so Page weiter.

Lenovo wird die Markenidentität von Motorola beibehalten. So verfuhr der PC-Hersteller auch bei der Übernahme der IBM-Sparte ThinkPad im Jahr 2005. Positiv für Google ist, dass der Suchmaschinenriese auch in Zukunft Zugriff auf den Großteil der Motorola-Patente haben wird. Der Deal muss noch von den Kartellbehörden in den USA und China genehmigt werden. mas
Meist gelesen
stats