Microsoft So wirbt der Konzern für seinen neuen Notebook-Killer

Mittwoch, 21. Mai 2014
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Aller guten Dinge sind drei. Es ist nicht bekannt, ob Panos Panay, Vice President Surface Computing bei Microsoft, an dieses Sprichwort glaubt. Doch bei der Präsentation des neuen Microsoft-Tablets Surface Pro 3 verströmte der Chef des Hardware-Sparte auffällig viel Selbstbewusstsein. In Deutschland wird das Modell zwar erst August in den Handel kommen, aber das erste Werbevideo war schon wenige Stunden nach der Präsentation online. Das Surface Pro 3 soll allerdings mehr sein, als ein simples Update. Panay brachte es in seiner Präsentation auf einfachen Punkt: "Das ist das Tablet, das ihren Laptop ersetzen kann." Die Kampfansage ist für Microsoft nicht ohne Sprengkraft. Denn aktuell sind Laptops und Desktops die Domäne, in der Mcrosoft mit seinem Betriebssystem Windows noch dominiert. Die Mehrheit der Tablets laufen mit Googles Betriebssystem Android. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Versuche gegeben, die stagnierende Laptop-Kategorie wiederzubeleben - so etwa das Ultrabook-Programm von Intel. Dass nun Microsoft selbst die Notebook-Kategorie beerdigen will, dürfte von den Herstellern als deutliches Signal verstanden werden.

Wie das neue Selbstverständnis von Microsoft aussieht, demonstrieren auf dem Launchevent sowohl Panay wie auch sein Boss, Microsoft CEO Satya Nadella. Dieser machte in seiner Ansprache deutlich, dass es ihm nicht darum gehe, Microsoft zum Hardware-Unternehmen zu machen: "Wir wollen Erlebnisse konstruieren, die alle Fähigkeiten unsere Unternehmens in sich vereinen. Unser Ziel ist es, neue Kategorien zu erschaffen und so die Nachfrage für unser ganzes Produkt-Ökosystem anzufachen." Wer in dieser Vision der Verwalter der alten Produktkategorien ist, machte Panay seinerseits deutlich, als er die Leichtigkeit des neuen Surface demonstrierte. Er wog das Microsoft-Tablet im direkten Vergleich mit einem MacBook und einem iPad.

Ob Microsofts Selbstbewusstsein tatsächlich belohnt wird, muss die Produkteinführung in den kommenden drei Monaten zeigen. Die ersten Generationen des Surface floppten trotz aufwändiger Einführungskampagnen, da die Tablets in den Produkttests deutliche Defizite aufwiesen. Der erste Launchfilm macht aber deutlich, dass Microsoft sein jüngstes Modell mit einem gewissen Premium-Anspruch präsentierten will. Zielgruppe sind weniger die Besitzer von Tablets, die nach kleineren Modellen als Zweitgerät suchen. Microsoft will stattdessen Laptop-Besitzer gewinnen, die kurz vor dem Wechsel zu einem Tablet stehen. Die Rechnung könnte durchaus aufgehen, denn der Marke scheint es zunehmend zu gelingen, die schlechten Erfahrungen mit der ersten Surface-Generation vergessen zu machen: Microsofts Quartalsumsatz mit den Surface-Geräten legte zuletzt im Vorjahresvergleich um 50 Prozent auf 500 Millionen Dollar zu. cam
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