Metro Handelskonzern will mit Erlös aus Kaufhof-Verkauf auf Einkaufstour gehen

Donnerstag, 06. August 2015
Nach dem Verkauf von Galeria Kaufhof wil Metro shoppen gehen
Nach dem Verkauf von Galeria Kaufhof wil Metro shoppen gehen
Foto: Metro

Nach dem Verkauf der Warenhaussparte Kaufhof will der Handelskonzern Metro einen beträchtlichen Teil des Milliardenerlöses für Firmenkäufe verwenden. Für die Metro sei es eine Zeitenwende, sagte Konzernchef Olaf Koch am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalszahlen.
Dreieinhalb Jahre lang habe der Konzern Unternehmensteile verkauft, um das Portfolio zu optimieren. Mit dem Erlös aus dem Kaufhof-Verkauf habe der Konzern jetzt wieder die Möglichkeit "offensiv zu investieren". Ziel sei es dabei vor allem, die Großhandelssparte Cash & Carry und die Elektronikketten Media Markt und Saturn zu stärken, betonte Koch. In einem ersten Schritt übernahm der Handelsriese den asiatischen Feinkost-Lieferdienst Classic Fine Foods (CFF). Das Unternehmen beliefert Hotels, Restaurants und Caterer in asiatischen Megastädten wie Singapur, Bangkok oder Hongkong, aber auch im Mittleren Osten, in Paris und London mit edlen Lebensmitteln. Nachdem sich die Großhandelssparte in den vergangenen Jahren aus diversen Ländern zurückgezogen habe, steige ihre internationale Präsenz damit auf einen Schlag wieder von 26 auf 36 Länder, betonte der Konzernchef. Den Unternehmenswert von CFF beziffert er auf 290 Millionen US-Dollar (266 Millionen Euro). Hinzu kommen könnten ergebnisabhängige Zahlungen von bis zu 38 Millionen US-Dollar.

Die Metro will das CFF-Konzept in weitere Länder - auch in Europa - exportieren. Weitere Firmenzukäufe seien geplant, um das Wachstum des Konzerns anzukurbeln.

Im dritten Quartal bekam der Handelskonzern das fehlende Ostergeschäft zu spüren. Wegen des frühen Ostertermins fiel ein Großteil der damit verbundenen Einnahmen bereits in das zweite Quartal. Dadurch sank der Umsatz zwischen April und Juni um 1,4 Prozent auf 14 Milliarden Euro. Auch Währungseffekte und Unternehmensverkäufe bremsten die Geschäfte bei der Lebensmittelkette Real und im Großhandel. Besser lief es beim Elektronikhändler Media-Saturn, der vom stark wachsenden Online-Geschäft profitierte.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr von 253 auf 209 Millionen Euro, woran auch höhere Erträge aus Immobilienverkäufen im Vorjahr einen Anteil hatten. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft belief sich auf 108 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte an gleicher Stelle ein Verlust von 80 Millionen Euro gestanden.

Die Vorjahreswerte sind um den Kaufhof bereinigt. Metro hatte Mitte Juni den Verkauf der Kaufhaus-Tochter für rund 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Warenhauskonzern Hudson's Bay angekündigt. dpa
Meist gelesen
stats