"Mein Heidenau" Imagefilm sorgt für Kritik in sozialen Netzwerken

Montag, 24. August 2015
Auf Youtube wurde der Imagefilm mit aktuellen Bildern aus Heidenau verfremdet
Auf Youtube wurde der Imagefilm mit aktuellen Bildern aus Heidenau verfremdet
Foto: Youtube / psypunk66
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Nach den rechtsextremen Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau hat ein Imagefilm aus dem Jahr 2012 Diskussionen in den sozialen Netzwerken ausgelöst. "Unser Song - Mein Heidenau" heißt der knapp vierminütige Clip, in dem vor allem Schülerinnen der Kleinstadt auftreten.
"Na komm, tritt ein, du bist willkommen", singen die Mädchen - eine Einladung, die angesichts der fremdenfeindlichen Vorfälle am Wochenende zynisch wirkt. Der Film zeige eine vermeintlich idyllische Gemeinde, in der dagegen in Wahrheit der rechte Mob regiere, so die Kritik einiger Nutzer bei Facebook, Twitter und Youtube. "Diese rechten Randalierer haben viel kaputt gemacht", sagte Sylvia Röder, Leiterin des örtlichen Familienamtes, dazu am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Sie hatte damals das Video initiiert. Man bemühe sich in der Stadt seit Jahren darum, Werte wie Toleranz und Miteinander zu stärken. "Für uns ist das sehr schlimm, aber auch ein Auftrag. Bei uns soll jeder willkommen sein - natürlich auch die Flüchtlinge."
Wenig überraschend ist, dass der Imagefilm inzwischen auch verfremdet wurde. "Das Selbstbild einer Stadt vs. Realität!", schreibt der Initiator des Videos  "Mein Heidenau 2.0" auf Youtube, in dem nach wie vor der Song aus dem Originalspot zu hören ist. Der entscheidende Unterschied: Man sieht eben nicht fröhliche Kinder, sondern aktuelle Bilder von den ausländerfeindlichen Protesten aus Heidenau. dpa
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