Mega-Deal mit Merck & Co Warum Heidi Klum jetzt auch bei Bayer unter Vertrag steht

Mittwoch, 07. Mai 2014
Dr. Scholl's-Testimonial Heidi Klum
Dr. Scholl's-Testimonial Heidi Klum

Es ist ein Megadeal in der Pharmabranche: Bayer hat gestern das Consumer-Care-Geschäft des US-Konzerns Merck & Co übernommen. 14,2 Milliarden US-Dollar legt der Leverkusener Konzern dafür auf den Tisch. Der Kauf könnte auch Auswirkungen auf die Pharmaspendings haben. Merck leistet sich teure Werbekampagnen, unter anderem mit Heidi Klum. Der Kauf ist Teil einer langfristigen Strategie, die CEO Marijn Dekkers ausgegeben hat. Bayer soll globaler Marktführer bei den rezeptfreien Arzneimitteln werden. "Diese Akquisition ist ein bedeutender Meilenstein", sagt der Vorstandsvorsitzende. Der Kauf ist gleichzeitig die zweitgrößte Übernahme in der Geschichte des Konzerns. Künftig befinden sich jetzt im Bayer-Medizinschrank neben Aspirin eben auch die Merck-Marken Coppertone-Sonnencreme, Claritin und Dr. Scholl's-Fußpflegeprodukte,, für die in den USA beispielsweise Topmodelmutter Heidi Klum im TV wirbt. Das dürfte sich auch auf den Werbedruck von Bayer auswirken. Zuletzt hatten die Leverkusener in Deutschland im ersten Quartal 2014 20,5 Millionen Euro in die Werbung investiert. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von knapp 22 Prozent. Im Gesamtjahr 2013 gab der Aspirin-Konzern, zu dem auch die Marken Alka Seltzer und Rennie gehören, knapp 64 Millionen aus. #ZZ. Der Deal könnte auch den Werbemarkt insgesamt beflügeln, in dem derzeit ohnehin nahezu alle Unternehmen Gas geben. Der Markt mit den rezeptfreien Gesundheitsangeboten ist nach Schätzungen über 200 Milliarden US-Dollar schwer. Allein in Deutschland haben die Unternehmen der Werbeindustrie nach den Zahlen von Nielsen 878 Millionen Euro brutto verordnet. Das ist ein Plus von rund 16 Prozent gegenüber 2012Tatenlos werden die Wettbewerber Bayer mit seinem neuen Produktportfolio das Feld jedenfalls nicht überlassen, wenngleich sich der Markt im Umbruch befindet und sich das Feld der Wettbewerber neu sortiert. So haben beispielsweise Novartis und Glaxo-Smithkline angekündigt, ihre OTC-Sparten zusammenzuführen. Zwar sind die Renditen bei OTC-Produkten nicht so hoch wie bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, dafür gilt das Geschäft als relativ stabil.

Von den Entwicklungen ist im übrigen nicht Merck Merck KGaA in Darmstadt betroffen. Der Pharmakonzern, zu dem Marken wie Nasivin, Kytta und Seven Seas gehören, will in die OTC-Sparte weiter investieren, vor allem in den schnell wachsenden Märkten wie Lateinamerika und Südostasien. mir
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