Umstrittener Deal Tesla schluckt Solar City für 2,6 Milliarden Dollar

Dienstag, 02. August 2016
Tesla wird wegen des Deals mit dem Ökostrom-Spezialisten Solar City Vetternwirtschaft vorgeworfen
Tesla wird wegen des Deals mit dem Ökostrom-Spezialisten Solar City Vetternwirtschaft vorgeworfen
Foto: Tesla
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Elon Musk setzt sich durch: Der schillernde Tech-Milliardär holt den Ökostrom-Spezialisten Solar City unter sein Tesla-Firmendach. Der Deal ist allerdings umstritten, denn Musk ist bei beiden Unternehmen größter Einzelaktionär - Kritiker wittern Vetternwirtschaft.
Tech-Superstar und Multi-Milliardär Elon Musk baut sein Imperium aus: Der Elektroautohersteller Tesla hat die umstrittene Übernahme der Ökostromfirma Solar City unter Dach und Fach gebracht. Die Unternehmen einigten sich laut Mitteilung von Montag auf einen Kaufpreis von etwa 2,6 Milliarden Dollar (derzeit etwa 2,3 Milliarden Euro). Tesla, das im Juni bis zu 2,8 Milliarden Dollar für Solar City geboten hatte, will den Betrag in eigenen Aktien bezahlen. Solar City-Aktionäre sollen pro Anteilsschein 0,11 Tesla-Aktien erhalten. Auf Basis des Schlusskurses von Freitag ergibt sich eine Bewertung von 25,83 Dollar je SolarCity-Aktie. Die Fusion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden und im ersten Jahr nach Vollzug 150 Millionen Dollar an Kosten einsparen. Die Aktionäre müssen noch grünes Licht geben, doch ein wesentlicher Teil der Stimmrechte liegt bei Musk und anderen Führungsmitgliedern der Unternehmen.

Der Übernahmeplan ist in Finanzkreisen umstritten. Kritiker werfen Tesla-Chef Musk Interessenkonflikte vor, da er zugleich größter Anteilseigner und Verwaltungsratschef bei Solar City ist. Er war Geburtshelfer der Firma, die zwei Cousins von ihm gegründet hatten. Auch Tesla-Mitgründer JB Straubel ist bei Solar City involviert. Der Großinvestor Jim Chanos bezeichnete den geplanten Deal deshalb als "schlimmstes Beispiel für schamlose Unternehmensführung".

Musk hingegen sieht den Zusammenschluss als "No Brainer", dessen Vorteile für Unternehmen und Aktionäre sich von selbst erschließen. Die Anleger reagierten zu Wochenbeginn skeptisch auf die Nachricht von der Übernahme - Teslas Aktien starteten mit einem Minus von 1,4 Prozent in den US-Börsenhandel. Die Papiere von SolarCity fielen deutlich, sie waren in den Wochen seit Tesla sein Gebot eingereicht hatte, aber auch schon stark gestiegen.

Durch die Übernahme könnten die Solaranlagen von Solar City in Teslas Energiesparte eingegliedert werden. Tesla bietet seit vergangenem Jahr Stromspeicher für Haushalte und Unternehmen an und will nach der Autoindustrie den Energiemarkt aufmischen. Die Firma hat erst am Freitag die riesige Batteriefabrik "Gigafactory" in Nevada eröffnet. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein der langfristigen Strategie, in größerem Stil Elektroautos für den Massenmarkt zu fertigen. dpa
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