Medienanwalt Erdogan geht weiter gegen Böhmermann vor

Samstag, 30. Juli 2016
Jan Böhmermann
Jan Böhmermann
Foto: ZDF / Philippe Fromage

Am Freitag schien es, als wäre die "Causa Böhmermann" Geschichte. Da hatte der türkische Staatspräsident Erdogan angekündigt, alle seine Anzeigen wegen Beleidigung zurückzuziehen. Doch für Böhmermann ist die juristische Auseinandersetzung mit Erdogan noch nicht ausgestanden.

Die Strafanzeigen wegen Beleidigung des türkischen Staatspräsidenten sind in Deutschland nach Angaben des Medienanwalts Ralf Höcker noch nicht ad acta gelegt. "Die Ankündigung bezieht sich nur auf die Türkei. In Deutschland ändert sich vorerst nichts", sagte Höcker am Samstag. Der Anwalt hat Präsident Erdogan bereits bei rechtlichen Auseinandersetzungen wegen Beleidigung vertreten. Erdogan hat unter anderem Anzeige gegen den TV-Satiriker Jan Böhmermann erstattet.

Titanic Erdogan
Bild: Titanic

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Böhmermanns Anwalt war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Ein ZDF-Sprecher sagte am Samstagvormittag, dem Sender lägen noch keine Informationen darüber vor, welche Konsequenzen Erdogans Ankündigung für die Anzeigen in Deutschland habe.

Der Satiriker hatte Ende März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" ein Gedicht mit dem Titel "Schmähkritik" vorgetragen. Es handelt unter anderem von Sex mit Tieren und Kinderpornografie und transportiert Klischees über Türken.

Es ist gut möglich, dass in Deutschland sogar noch eine weitere Anklage wegen Beleidung Erdogans hinzukommt. Gestern hatte die "Titanic" ihre aktuelle Ausgabe vorgestellt. "Erdogan im Stress: Jetzt putscht auch noch sein Penis!", lautet die reißerische Schlagzeile auf Seite 1 der Satirezeitschrift. Noch bösartiger ist freilich das Bild von Erdogan, das auf der Titelseite prangt. Grund ist die große, gegrillte Bratwurst, die die "Titanic"-Layouter dem türkischen Staatspräsidenten zwischen die Beine montiert haben. mas/dpa

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