McKinsey-Studie Deutscher Profifußball bringt 110.000 Vollzeitjobs

Mittwoch, 12. August 2015
Der deutsche Profifußball hat sich den Studienautoren zufolge als Wachstumsotor etabliert
Der deutsche Profifußball hat sich den Studienautoren zufolge als Wachstumsotor etabliert
Foto: Opel

Die Vorfreude ist groß: Am Freitag startet die Fußball-Bundesliga in ihre 53. Saison. Der Lieblingssport der Deutschen ist allerdings mehr als Entertainment: Wie eine Studie von McKinsey eindrucksvoll belegt, ist der Fußball hierzulande ein veritabler Wirtschaftsfaktor.
Umgerechnet 110.000 Vollzeitjobs werden vom Spielbetrieb der Fußball-Bundesliga angestoßen - rein rechnerisch verteilen sich diese Stellen auf 165.000 Personen, von denen viele allerdings nur in Teilzeit beschäftigt werden. Die Wertschöpfung des Profifußballs betrug im vergangenen Jahr 7,9 Milliarden Euro - dies entspricht einer Steigerung von 55 Prozent gegenüber dem Jahr 2008. Damit ist der Profifußball zehnmal stärker gewachsen als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Sein Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt mittlerweile 0,3 Prozent. Auch die Zahl der unmittelbar mit dem Fußball verbundenen Jobs hat in den vergangenen sieben Jahren stark zugelegt: Die Zahl der Vollarbeitsplätze ist in diesem Zeitraum um 40.000 Stellen gewachsen. Nicht zuletzte profitiert der Staat von der wirtschaftlichen Stärke des hiesigen Fußball-Business: Nach Abzug der Kosten nahm die Bundesrepublik durch den Profifußball 2,3 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben ein.

Die McKinsey-Studie belegte zudem einmal mehr, was man auch bei der Deutschen Fußball Liga stets betont: nämlich dass in der Fußball-Bundesliga sehr vernünftig gewirtschaftet wird. So seien alle wichtigen Einnahmequellen - von Sponsoring (plus 56 Prozent), Medienrechten (plus 47 Prozent) über Ticketverkäufe (plus 40 Prozent) bis hin zu Merchandising (plus 52 Prozent) - in den vergangenen sechs Jahren gewachsen. "Die Bundesliga ist dank dieser breiten wirtschaftlichen Basis wenig anfällig gegenüber Schwankungen in einzelnen Bereichen", sagt Thomas Netzer, Direktor im Kölner Büro von McKinsey und Autor der Studie. Die größten Herausforderungen für die Liga liegen den Studienautoren zufolge darin, das Wachstumstempo hoch zu halten und - das predigt man nun schon auch seit geraumer Zeit bei der DFL - die Ware Fußball ins Ausland zu exportieren. Dies sei nötig, um "Zusatzerlöse nicht aus einer Erweiterung der Ligen, einer stärkeren Aufteilung des Spieltags oder massiv höheren Ticketpreisen" erzielen zu müssen, so Netzer. "Das Land des amtierenden Weltmeisters genießt eine große Bekanntheit und einen guten Ruf – diese Stärken kann die Bundesliga noch intensiver nutzen", ergänzt Klaus Behrenbeck, Direktor im Kölner Büro und Co-Autor der Studie.

Die Internationalisierung ist auch deswegen notwendig, weil in den klassischen Erlösfeldern wie Ticketing und Sponsoring nur verhaltene Steigerungen zu erwarten sind. Anders sieht dies in den Bereichen Merchandising und Medien aus. Hier halten die Studienautoren in den kommenden fünf Jahren Steigerungsraten von 50 bzw. 45 Prozent für möglich. Besonders der Medien-Bereich wird im kommenden Jahr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken: Im Frühjahr will die DFL die Lizenzen für die Rechteperiode ab der Saison 2017/18 vergeben. Die große Hoffnung: Die Einnahmen von derzeit durchschnittlich 628 Millionen Euro pro Jahr signifikant zu steigern. ire
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