McKinsey Studie Deutsche Markenartikler steigern Umsatz auf 1,1 Billionen Euro

Montag, 23. November 2015
Franz-Peter Falke, Chef des Markenverbands
Franz-Peter Falke, Chef des Markenverbands
Foto: Markenverband

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Marke nimmt weiter zu. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten Markenartikler 1,1 Billionen Euro, 21 Prozent aller Umsätze hierzulande. Das geht aus einer Studie von McKinsey und dem Markenverband hervor.
Die deutschen Markenunternehmen wachsen weiter. Nach aktuellen Zahlen haben diese im vergangenen Jahr rund 1,1 Billionen Euro umgesetzt. Das ist ein Plus gegenüber 2010 von 22 Prozent. Vor vier Jahren hatten McKinsey und der Markenverband die Bedeutung der Markenindustrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland zuletzt erhoben. Und ohne diese geht in diesem Land nicht viel. Fast die Hälfte der Markenumsätze steuert allein das verarbeitende Gewerbe bei, das im markenrelevanten Segment in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um jährlich 4 Prozent zulegt.

Zum Vergleich: Nimmt man die Nicht-Markenanbieter im verarbeitenden Gewerbe hinzu, liegt das Wachstum nur bei 2,8 Prozent. Weitere 20 Prozent der Markenumsätze entfallen auf Verkehrs- und Telekommunikationsfirmen und 16 Prozent auf Finanzdienstleister. Die Energieversorger steuern zwölf Prozent bei, drei Prozent Verlage, Film und Rundfunk.

Wachstumstreiber - und das ist wenig überraschend - ist der Export. In der vergangenen Dekade erhöhten sich die Auslandsumsätze im verarbeitenden Gewerbe um durchschnittlich 5,8 Prozent. Aber es gibt noch weitere Anhaltspunkte, die die steigende Relevanz der Marke belegen: Ohne die Markenartikler wären die öffentlichen Haushalte deutlich schlechter aufgestellt. 182 Milliarden Euro fließen jährlich über Steuern und Abgaben in die öffentlichen Kassen. Zwölf Prozent aller Erwerbstätigen sind bei den Unternehmen beschäftigt.

„Eindrucksvoll zeigt die Studie die Werthaltigkeit der Marke und bestätigt sie als weltweiten Botschafter für die Leistungen unserer Gesellschaft. Gerade in Zeiten des Wandels, wie der aktuellen Digitalisierung unserer Gesellschaft, beweisen Marken ihre große Stärke. Das macht Marken zu einem stabilisierenden Element für Markenunternehmer, Verbraucher und Gesellschaft gleichermaßen“, sagt Franz-Peter Falke, Präsident des Markenverbandes.

Alles also in Butter? Nein. Die Studie zeigt auch Stellen auf, an denen es die Markenartikler drückt. Trotz des Erfolgs glauben nur 14 Prozent, dass ihre Marken in den vergangenen Jahren an Stärke gewonnen haben. Warum das so ist, weiß Hauptgeschäftsführer Christian Köhler. Das Umfeld werde für die Betriebe immer schwieriger. "Dazu zählen maßgeblich der steigende Einfluss des Handels, zunehmende regulatorische Eingriffe der Politik, aber sicher auch mit der Digitalisierung verbundene Unsicherheiten über zukünftige Geschäftsmodelle."

Vor allem der letzte Punkt zieht sich derzeit durch viele Gespräche, Branchenveranstaltungen und Diskussionsrunden. So messen 90 Prozent der Unternehmen der Digitalisierung eine strategische Bedeutung bei. Aber: Nur 11 Prozent haben eine umfassende Strategie dafür. Das kann zu einem gravierenden Problem werden, sagt Jesko Perrey. "Wenn die Digitalkompetenz fehlt, ist das Überleben des Unternehmens bedroht", erklärt der weltweite Leiter der Marketing & Sales Practice von McKinsey bei der heutigen Präsentation der Studie. mir/fam
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