Mars-Rückruf Auf den Deckel bekommen

Freitag, 26. Februar 2016
Die Marke muss Millionen Riegel zurückrufen
Die Marke muss Millionen Riegel zurückrufen
Foto: Mars
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Christian Schmidt Facebook Mars Milky Way


Mars ruft in Massen Schokoriegel zurück. Jetzt ist die Panne ein Thema für die Politik. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) fordert eine lückenlosen Aufklärung.
Bis vergangenen Dienstag war die Welt für Mars nur Schoko. Doch seitdem fährt der Konzern im Krisenmodus. Die freiwillige Rückrufaktion für Schokoriegel der Marken Mars, Snickers und Milky Way schlägt hohe Wellen. Konsumenten suchen Rat über die Hotline, schreiben über Facebook, twittern und beschweren sich im Handel. Jetzt schaltet sich auch die Berliner Politik ein. "Bei der Gesundheit der Verbraucher dürfen keine Risiken eingegangen werden", erklärt Bundesernährungsminister Schmidt gegenüber der "Bild"-Zeitung. Der CSU-Minister fordert von Mars umfassende Aufklärung, nachdem eine Kundin in Deutschland ein Kunststoffteilchen in einem Mars-Riegel entdeckt hatte. Die Unternehmen seien gesetzlich verpflichtet, eng mit den staatlichen Überwachungsbehörden zusammenzuarbeiten. Soviel ist mittlerweile klar: Das Teil stammt von einem Deckel einer Leitung in der Produktion. Das Ausmaß des Rückrufs ist derweil gigantisch. Mars ruft in 55 Ländern Produkte zurück, die mit bestimmten Mindesthaltsbarkeitdaten versehen sind. Wie groß der Image- und der wirtschaftliche Schaden ausfällt, ist derzeit noch völlig offen. Auf Twitter und Facebook beispielsweise gibt es wie immer in solchen Fällen Kritik und Häme. Aber auch das ein oder andere Lob für die schnelle Reaktion des Unternehmens. Mars wollte kein Risiko eingehen. Auf seiner Homepage entschuldigt sich der Konzern für den Vorfall. Mittlerweile ist auch klar, dass Kunden entschädigt werden. Nicht mit Geld, sondern mit anderen Produkten aus dem Portfolio des zweitgrößten Süßwarenherstellers der Welt hinter Mondelez.
Welche Folgen der Rückruf für die Markenkommunikation hat, ist allerdings unklar. Entsprechende Anfragen sind bis jetzt unbeantwortet geblieben. In Deutschland hat Mars nach Zahlen von Nielsen im vergangenen Jahr brutto 163,1 Millionen Euro in die Kommunikation für seine Produkte investiert. Das ist gegenüber 2015 ein Minus von knapp zehn Prozent. Der größte Teil des Geldes floß dabei in die TV-Werbung mit 158 Millionen Euro, konzentriert unter anderem auf Tiernahrung, M&M's und Mirácoli. Derzeit ist das Unternehmen im TV bei den Schokoriegeln vor allem mit der Snickers und Testimonial Mr. Bean in den Werbeblöcken vertreten (Agentur: BBDO, New York). Werbung für Mars gab es im vergangenen Jahr laut der Kampagnenplattform XAD  im TV allenfalls als Angebotswerbung von Discountern wie etwa Penny. Die Celebrations waren 2013 das letzte Mal on Air. Und bei Milky Way muss man schon bis ins Jahr 2008 zurückgehen, um einen Markenspot zu finden. Den Rückruf kommuniziert das Unternehmen aktuell unter anderem über die eigene Homepage und Facebook. Das scheint den Konsumenten auch zu genügen. mir

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