Markenbereinigung bei Procter & Gamble Coty sticht beim Kampf um Wella Henkel aus

Mittwoch, 17. Juni 2015
Procter & Gamble verkauft Wella offenbar an Coty
Procter & Gamble verkauft Wella offenbar an Coty
Foto: P&G

Stimmen die Berichte, dann hat Coty beim Kampf um Wella das Rennen gemacht. Der Kosmetik-Konzern soll nach Informationen von US-Medien 12 Milliarden US-Dollar für die Procter & Gamble-Marke zahlen.

 Neben Wella gehören noch Max Factor und Cover Girl zu dem Kaufpaket. Hinter Coty steht die Familie Reimann, zu deren Imperium unter anderem auch Reckitt-Benckiser gehört. Reimann wollte bereits in der Vergangenheit sein Kosmetikgeschäft vergrößern, scheiterte aber 2012 mit der Übernahme des US-Konzerns Avon.

Jetzt scheint es besser zu laufen, das Nachsehen hat in diesem Fall Henkel. Der Düsseldorfer Familienkonzern, der bereits vor zehn Jahren bei Wella schon einmal das Nachsehen hatte, galt in den vergangenen Wochen als heißer Kandidat für die Übernahme. Nach Informationen von Reuters hatte Henkel eine verbindliche Offerte für Wella vorgelegt, die fünf bis sieben Milliarden Dollar wert sein könnte.

Damit wäre Wella der größte Zukauf in der 140-jährigen Unternehmensgeschichte gewesen. Um die Procter & Gamble-Marke hatte auch Finanzinvestor KKR geboten. Beiersdorf und L'Oréal, die beide ebenfalls als mögliche Kandidaten gehandelt worden waren, hatten frühzeitig abgewunken. Mit dem Verkauf von Wella setzt Procter & Gamble die Straffung seines Markenportfolios fort. Laut Reuters soll die Transaktion frühestens in zwei Wochen abgeschlossen sein. Wie Insider der Nachrichtenagentur gesagt haben, soll die Transaktion nach einem besonders steuergünstigen Verfahren abgewickelt werden, dem "Reverse Morris Trust". Dabei würde, so Reuters, P&G die Töchter zunächst abspalten und dann mit Coty verschmelzen, so dass den Aktionären von P&G und Coty die neue Firma gemeinsam gehören würde. Der daraus entstehende Konzern, an dem die Luxemburger JAB-Holding der Familie Reimann knapp unter 50 Prozent halten würden, wäre dann neuer Weltmarktführer für Parfüm, vor L'Oréal. Welche Folgen der Verkauf für Agenturen, Medien und Werbestrategien hat, ist derzeit nicht abzusehen. Dass es hier zu Veränderungen kommen wird, ist aber mehr als wahrscheinlich. mir

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