Marc Pritchard "Digital bleibt für P&G wichtig - aber der Sparkurs geht weiter"

Freitag, 08. Dezember 2017
P&Gs Chef-Marketer Marc Pritchard hat seinen Platz in jedem Marketing-Jahresrückblick sicher
P&Gs Chef-Marketer Marc Pritchard hat seinen Platz in jedem Marketing-Jahresrückblick sicher
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Marc Pritchard gehört zu den prägenden Figuren der Werbebranche - das gilt nach seiner Kritik an Digitalwerbung in diesem Jahr noch mehr als ohnehin schon. Nun zieht der weltweite Marketingchef von Procter & Gamble im Interview mit dem Handelsblatt eine Zwischenbilanz. Nach den Kürzungen in Digital habe der Konzern keinen Absatzrückgang bemerkt, was Pritchard in seiner Strategie bestätigt: "Der Sparkurs geht weiter. Wir verschieben Werbeausgaben in andere Medien".
Welche Gattungen das konkret sind, spezifisiert der 57-Jährige allerdings nicht. Er spricht lediglich von Kanälen, "in denen wir sicherer sind, dass unsere Marken dort sicher beworben werden" - Stichwort Brand Safety, einer von Pritchards zentralen Aspekten bei seinem Anfang des Jahres postulierten 5-Punkte-Plan. Ein bestimmtes Medium will er dabei allerdings nicht hervorheben. Fernsehwerbung etwa bleibe "wichtig, sehr wichtig für uns", gleiches gelte auch für Outdoor, Print, Radio und Voice. Bei der Gattung Digital, die Pritchard ebenso weiter für essentiell hält, konstatiert er erste Fortschritte - etwa, was die Debatte um fragwürdige Werbeumfelder bei Youtube anbelangt. "Google und auch andere Partner haben nach unserer Aufforderung ihre Bemühungen, diese Probleme zu beheben, intensiviert." Im Laufe des Jahres hatte P&G seine Digitalspendings um rund 100 Millionen Dollar gekürzt - wie berichtet ohne Auswirkungen: "Wir wissen nun, dass wir weniger Geld in Onlinewerbung investieren und trotzdem unser gewünschtes Ergebnis erreichen können." Deswegen sei man zum Schluss gekommen, dass vorher einiges Geld in den digitalen Kanälen schlicht verschwendet war. Stattdessen will Pritchard im Digitalen künftig noch effizienter arbeiten. Etwa müssten Online-Spots anders produziert und das (Re-)Targeting verbessert werden - ein Punkt, den er schon Mitte 2016 im HORIZONT-Interview angeführt hatte. Dabei setzt der Marketer auch auf Partnerschaften mit Digital-Riesen wie Google und Amazon. "Mit unserem E-Commerce-Geschäft setzen wir jährlich mehr als 3 Milliarden Dollar um. Der Zuwachs liegt bei 30 Prozent im Jahr. Wenn wir unsere Mediadaten besser miteinander kombinieren, können wir die Werbebotschaften besser platzieren", so Pritchard. fam
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