Manipulation bestätigt BMW, Volkswagen und Daimler geben sämtliche Preise beim "Gelben Engel" zurück

Montag, 10. Februar 2014
BMW-Chef Norbert Reithofer bei der Preisverleihung (c) ADAC
BMW-Chef Norbert Reithofer bei der Preisverleihung (c) ADAC
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Für den ADAC kommt es heute besonders bitter. Nach dem Rücktritt von Präsident Peter Meyer folgt am späten Nachmittag der nächste Schlag. Daimler gibt alle Preise beim "Gelben Engel" zurück. BMW und der gesamte Volkswagenkonzern ebenso Damit reagieren die Autobauer auf die Manipulationen bei dem ehemals so wichtigen Autopreis. "Publikumspreise sind für Daimler grundsätzlich von hoher Bedeutung, da sie unmittelbar die Meinung der Öffentlichkeit widerspiegeln. Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist, dass die Leserwahlen korrekt durchgeführt werden. Bei der Vergabe des Gelben Engel war dies nicht der Fall", heißt es etwa bei den Stuttgartern.

Bei BMW reagiert man ebenso kühl. "Wir geben sämtliche Preise zurück", heißt es bei dem Münchner Premiumhersteller auf Nachfrage. "Wir begrüßen die Aufklärungsarbeit beim ADAC", sagt ein Volkswagen-Sprecher. Dennoch fällt die Entscheidung des Wolfsburger Konzerns so wie erwartet und angekündigt aus. Der größte europäische Autobauer gibt sämtliche "Gelbe Engel" zurück, die seine Marken in den vergangenen Jahren gewonnen hatten.

Heute mittag hatte der ADAC das Untersuchungsergebnis von Deloitte zu den Manipulationen beim Leserpreis "Gelber Engel" veröffentlicht. Danach ist nicht nur die Teilnehmerzahl bei der Wahl des Lieblingsauto 2014 verändert worden, sondern auch die Reihenfolge der Fahrzeugmodelle. Der Prüfbericht ließt sich dabei wie ein Krimi. Nach Auswertung von Deloitte wurden insgesamt 45.202 Stimmen abgegeben. 3.271 Stimmen fielen dabei auf den VW Golf, 1.703 Stimmen auf den BMW 3er, 1.664 Stimmen auf den Audi A 3, 1.320 Stimmen auf die Mercedes A-Klasse und 1.184 Stimmen auf den Skoda Octavia. In der offizielen Ergebnisliste lautet die Reihenfolge VW Golf (34299 Stimmen), Audi A3 27765), Mercedes A-Klasse (24418), Skoda Octavia (22237) und BMW 5er (17235). Und das dürfte nicht das letzte Wort sein. Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass die Vorgehensweise bei der Ermittlung des Lieblingsautos in den vergangenen Jahren ähnlich abgelaufen ist. Endgültige Aussagen können wir aber erst treffen, wenn unsere Untersuchungen der Vorjahre abgeschlossen sind", erklärt Frank Marzluf, Partner Forensic bei Deloitte. Die Prüfergebnisse der Wahl zum Lieblingsauto" in den Jahren 2005 bis 2013 werden voraussichtlich nächste Woche kommuniziert. Derweil bereitet der ADAC rechtliche Schritte gegen seinen ehemaligen Kommunikationschef Michael Ramstetter vor. Die Auszeichnung "Gelber Engel" wird es laut ADAC künftig nicht mehr geben. "Wir verstehen den Unmut der Automobilhersteller und der Öffentlichkeit und bedauern zutiefst, dass wir mit den jetzt bewiesenen Manipulationen sehr viel Vertrauen verloren haben", sagt Karl Obermair. Der Hauptgeschäftsführer, der selbst für manchen Branchenexperten als angezählt gilt, zeigt sich fassungslos. "Wir möchten uns bei unseren Mitgliedern, den ADAC Mitarbeitern sowie den betroffenen Automobilherstellern in aller Form entschuldigen." mir
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