Malaysia Airlines Angeschlagene Fluglinie entschuldigt sich für missglückte PR-Aktion

Donnerstag, 04. September 2014
Ein Airbus A330-323E der Malaysia Airlines
Ein Airbus A330-323E der Malaysia Airlines
Foto: Flickr/Flox Papa/Wikimedia
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Malaysia Airlines MH370 Mh17


Als wenn Malaysia Airlines nicht schon genügend Probleme hätte: Die Fluglinie, die in diesem Jahr die Flüge MH370 und MH17 bei Abstürzen verlor, erntete massive Kritik für eine Marketing-Aktion. Unter dem Titel "My Ultimate Bucket List" sollten Verbraucher erklären, welche Orte sie gerne einmal sehen würden. Als Gewinn winkten Freiflüge und iPads. Das Problem: Der Begriff "Bucket List" steht umgangssprachlich für Dinge, die man vor seinem Tod noch machen möchte.
Zur Erinnerung: Flug MH370 von Kuala Lumpur nach Peking verschwand am 8. März dieses Jahres mit 239 Menschen an Bord spurlos. Bis heute ist die Unglücksursache nicht geklärt. Am 17. Juli schließlich wurde der Malaysian-Flug MH17 über der Ukraine mutmaßlich von einer Rakate abgeschossen, wobei 298 Menschen in den Tod stürzten. Auch dieses Unglück wird nach wie vor untersucht.
Vor diesem Hintergrund erscheint der ursprüngliche Titel des Gewinnspiels der Airline geradezu zynisch, mindestens aber pietätlos. Denn wer Punkte auf seiner "Bucket List" abhakt, hat in der Regel nicht mehr lange zu leben. Wie in jenem Film, in dem Jack Nicholson und Morgan Freeman zwei unheilbar an Krebs Erkrankte spielen, die sich ihre letzten Wünsche erfüllen wollen. Auf Deutsch heißt der Film "Das Beste kommt zum Schluss", im Original "The Bucket List". Auch auf Twitter hat ein User bereits kurz nach dem Absturz von MH17 geschrieben, man solle besser seine Bucket List ausgefüllt haben, eha man ein Flugzeug von Malaysia Airlines besteigt:


Der Airline war das offensichtlich nicht bewusst - sie wollte vielmehr ihren Kunden etwas Gutes tun und lobte für die Teilnehmer Freiflüge von Australien oder Neuseeland nach Malaysia sowie iPads aus. Als die Kritik zu heftig wurde, änderte das Unternehmen den Titel des Wettbewerbs in "My Ultimate To-Do-List" - via Googlecache ist die ursprüngliche Website allerdings noch seinsehbar. Und auch auf Twitter kursieren Screenshots davon:
Gegenüber der "Daily Mail" erklärte Malaysia Airlines, dass das Gewinnspiel bereits vor einiger Zeit genehmigt worden war. "Wir nehmen die öffentliche Meinung ernst und hatten nie die Absicht, jemanden zu verletzen. Die Aktion sollte Reisende inspirieren und dazu ermutigen, zu träumen, zu planen und ihre nächste Reise mit Malaysia Airlines zu buchen." ire
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