Luxusmarkt Wie sich die High-End-Branche verändert

Freitag, 27. Oktober 2017
Immer mehr Luxus wird auch mobil gekauft.
Immer mehr Luxus wird auch mobil gekauft.
© HORIZONT

Der globale Luxusgütermarkt steht vor einem großen Umbruch: Mit dem Heranwachsen der Millennials und der nachfolgenden Generation Z müssen sich Hersteller auf eine ganz neue Zielgruppe einstellen. Eine Zielgruppe, die traditionelle Marken zwar als Luxus anerkennt, aber nicht bei diesen Brands verharren will.

"Die junge Generation kennt Marken wie Chanel, Hèrmes und Louis Vuitton natürlich sehr gut", sagt Serge Hoffmann, Partner bei Bain & Company in München. "Sie ist jedoch auch sehr trendbewusst und will sich keinesfalls ausschließlich mit den Luxusmarken umgeben, die sie von den Eltern kennt." Die Folge: Neue Marken etablieren sich im hochpreisigen Segment. Diese Erkenntnis ist eine aus der aktuellen Studie zur Entwicklung des globalen Luxusmarktes, die Bain & Company jährlich veröffentlicht und die in diesen Tagen neu erscheint.

Mit den nachkommenden Millennials, die bereits heute für 30 Prozent des Marktvolumens verantwortlich sind, verändern sich auch die Ansprüche an die Vertriebswege: Die Rolle von Online wird auch hier immer wichtiger.

Während die Luxusbranche lange Zeit davon überzeugt war, dass das Kauferlebnis ihrer Güter nur im stationären Handel richtig funktioniert, verlagern sich sowohl Suche als auch Kauf immer häufiger ins Netz. Die Bain-Studie bescheinigt den Marken immerhin, dass sie inzwischen auch Kapital aus diesem Umstand schlagen: Die eigenen Internetauftritte und –shops werden mehr und professioneller. "Die steigende Anzahl von Multibrand-Plattformen zeigt, dass die Marken den Bedarf ihrer Kunden nach digitalen und Onlineangeboten erkannt haben und in die richtigen Kanäle investieren", so Serge Hoffmann. Die Digitalisierung schreite noch weiter voran. Für Marken gilt es zudem, guten Content, Inspirationen und Engagement an den jeweiligen Touchpoints zu bieten, wie die Bain-Studie resümiert. Insgesamt erlebt der globale Luxusmarkt erneut einen Umsatzanstieg von rund 5 Prozent auf derzeit rund 262 Milliarden Euro. Experte Hoffmann nennt dies "the new normal": Nach einigen schwachen Jahren liege das moderate Wachstum im gesunden Bereich. Bis 2020 geht das Beratungsunternehmen von einem weiteren jährlichen Wachstum von jeweils 4 bis 5 Prozent auf dann 295 bis 305 Milliarden Euro aus.

Die wichtigsten Treiber des Marktes sind dabei erneut chinesische Kunden: Hielten sie sich in den vergangenen Jahren etwas zurück, sorgen Steuererleichterungen im eigenen Land zu einer Preissenkung von Luxusgütern. Und auch im Ausland erwerben gutsituierte Chinesen wieder deutlich mehr. Europa gilt als das beliebteste Reiseziel für Luxuskunden. Hier stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 6 Prozent auf 87 Milliarden Euro. Naoual Abardah

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