Luxus Konsumenten geben weltweit 1 Billion Euro für Edelmarken aus

Dienstag, 15. Dezember 2015
Schnell, schön und teuer: der Lamborghini Huracan lp 610-4. Das Modell gibt es ab rund 200.000 Euro aufwärts.
Schnell, schön und teuer: der Lamborghini Huracan lp 610-4. Das Modell gibt es ab rund 200.000 Euro aufwärts.
Foto: Lamborghini

Das Interesse an hochwertigen Produkten ebbt nicht ab. Das hat Bain & Company errechnet: Erstmals klettern die Umsätze im weltweiten Luxusgütermarkt auf 1,04 Billionen Euro. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Währungsbereinigt liegt das Wachstum immer noch bei 5 Prozent.
Woran liegt das? Während beispielsweise in der Gesellschaft heftig über den Stellenwert des Autos bei Jugendlichen diskutiert wird, ist das für betuchte Konsumenten kein Thema. Für sie ist nach wie vor ein Bentley, ein Tesla, ein Lamborghini oder eine S-Klassevon Mercedes-Benz Ausdruck von Status, Macht und davon, sich etwas leisten zu können. Wechselkursbereinigt kletterte hier die Nachfrage um acht Prozent. Gefragt sind in diesem Jahr aber auch Übernachtungen in Luxusherbergen (+ sieben Prozent). Der weltweite Handel mit Edelprodukten für den persönlichen Gebrauch - dazu zählen Uhren, Schmuck, Mode und Kosmetik - legt numerisch um 13 Prozent, bereinigt um nicht mal zwei Prozent, auf 253 Milliarden Euro zu. Dem zweitgrößten Marktsegment machen besonders die Wechselkursschwankungen zu schaffen. Der Euro verlor phasenweise gegenüber den wichtigen Weltwährungen fast ein Fünftel an Wert.

Das nutzen vor allem Touristen aus Übersee zu Shoppingtouren, wie Bain gemeinsam mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagramma ermittelt hat. Die Einkäufe von Amerikanern erhöhten sich in Europa um 67 Prozent, die von Chinesen um 64 Prozent. Der Mittlere Osten steuerte ein Plus von 38 Prozent bei. Ganz anders sieht es bei Russen und Japanern aus. Hier gingen die Einkäufe um 37 Prozent beziehungsweise 16 Prozent zurück. "
Für die Luxusgüterhersteller ist es ergebnisentscheidend, wie erfolgreich sie ihr Geschäftsmodell und ihr Länderportfolio durch diese kaum vorhersagbaren Wechselkursturbulenzen navigieren", betont Serge Hoffmann, Partner bei Bain & Company und Experte für Handel und Konsumgüter. "Gerade die Chinesen, die nur 20 Prozent ihrer Luxuseinkäufe zu Hause tätigen, werden ein immer wichtigerer Treiber für die weltweiten Märkte."

Umsatzstärkste Luxuseinkaufsstadt ist New York mit 27 Milliarden Euro. In Europa liegt Paris mit 13 Milliarden auf Platz 1 vor London (12 Milliarden), Mailand (5 Milliarden) und München (4 Milliarden). Doch Luxus-Shopper wollen nicht immer reisen. In dem Segment gewinnt der E-Commerce weiter an Bedeutung. Wechselkursbereinigt liegt der Anteil der Web-Kanäle bei 22 Prozent, gegenüber 2012 ist das eine Verdoppelung.

Ein schleichender Abschied vom stationären Handel ist das aber nicht. Die Shops der Luxusgüterhersteller kommen immer noch auf einen Marktanteil von 29 Prozent, Sonderverkaufsflächen inklusive der Outlets erreichen 10 Prozent Marktanteil und die Flughafen-Verkaufsräume schaffen 6 Prozent. "Zwar nimmt der E-Commerce-Anteil im Luxusmarkt drastisch zu, doch bleibt das Einkaufserlebnis für die Kunden wichtig", erklärt Hoffmann. Und das gilt international. mir
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