Luis Figo „Ich bin glücklich, dass ich ein Botschafter für viele Top-Marken sein durfte“

Freitag, 06. Dezember 2013
Fußballstar Luis Figo stellt sich den Fragen der Kreativen (c) Eurobest
Fußballstar Luis Figo stellt sich den Fragen der Kreativen (c) Eurobest

Sein Auftritt war bis dato zweifellos das große Highlight beim diesjährigen Eurobest Kreativfestival in Lissabon: Ex-Fußballprofi und portugiesischer Nationalheld Luis Figo gab sich die Ehre und sprach auf dem Podium mit Al Moseley, Chef der Amsterdamer Agentur 180, über die Einflüsse, die fremde Kulturen und neue Perspektiven auf die eigene Kreativität haben. Moseley, in dessen Agentur Mitarbeiter aus 17 verschiedenen Ländern arbeiten, ist überzeugt davon, dass wahre Kreativität erst dann entsteht, wenn sich Menschen mit verschiedenen Migrationshintergründen vermischen. In diesem Kontext sprach er mit Figo über seine Zeit als Spieler bei Real Madrid und Inter Mailand, in der er auch fernab der Heimat lebte. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion nahm sich Figo noch die Zeit, um mit HORIZONT.NET über Werbung und Fußball zu sprechen.

Schließt Tätigkeit in Agentur nicht aus: Luis Figo (c) Eurobest
Schließt Tätigkeit in Agentur nicht aus: Luis Figo (c) Eurobest
Auf dem Fußballplatz waren Sie einer der kreativsten Spieler der Welt. Welche Rolle spielt Kreativität heute in Ihrem Leben?
Wenn ich morgens aufwache und das Lächeln meiner Kinder sehe, ist für mich Kreativität, denn es inspiriert mich für den Tag. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Kreativität auslösen. Inspirierend finde ich außerdem gewisse technische Innovationen, Musik, Golfspielen und natürlich Fußball.

Sie haben heute mit Al Moseley darüber gesprochen, inwieweit ein Migrationshintergrund zum Motor für Mut und Kreativität werden kann. Welche Erfahrungen haben Sie selbst als Ausländer in Spanien und Italien gemacht? Wie wichtig war diese Arbeit fern von Ihrem zu Hause für Ihre persönliche Entwicklung? Sehr wichtig! Natürlich hat man widerstreitende Gefühle, wenn man als großes sportliches Talent sein eigenes Land verlässt, um in einer anderen Liga zu spielen. Aber all diese Erfahrungen, die ich in Spanien und Italien gemacht habe, konnte ich Portugal als Nationalspieler wieder zurückgeben. Egal ob im Fußball oder anderswo: Man wird einfach viel besser, wenn man seine Komfortzone verlässt.

Sie standen in der Vergangenheit zwar auch immer wieder für Werbeprojekte vor der Kamera, gelten aber eigentlich nicht als omnipräsentes Testimonial wie beispielsweise David Beckham. Wie ist Ihre Beziehung zur Werbebranche? Oh, ich habe ganz schön viel Werbung gemacht. Es waren vielleicht nicht immer internationale Kampagnen, weil ich viel in lokalen Märkten präsent war: Nicht nur in Portugal, auch in Ungarn, Polen und Südafrika. Ich habe unter anderem für Nike, Coca-Cola und Gillette gearbeitet und bin sehr glücklich damit, was ich gemacht habe.

Haben Sie zu einer bestimmten Marke ein ganz besonderes Verhältnis? Zu meinen Sponsoren hatte ich immer eine gute Beziehung. Dazu gehört natürlich Nike. Werbespots zu drehen war in meiner aktiven Laufbahn Teil meines Jobs und ich hab ihn immer gerne gemacht. Ich bin glücklich, dass man mich mit Top-Marken wie Nike und Coca-Cola assoziieren kann und ich deren Botschafter sein durfte.

Gibt es eine Lieblingswerbung? Ich mag zurzeit die Qatar-Werbung mit FCB-Barcelona sehr gerne. Die hat Al mit seiner Agentur gemacht.

Al Moseleys Agentur 180 ist im Bereich Sportmarketing generell sehr aktiv. In Deutschland hat dieses Jahr der frühere deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder gemeinsam mit Werbeprofis eine Agentur gegründet, die sich auf einen ähnlichen Bereich spezialisiert hat: Jung von Matt/Sports. Könnten Sie sich vorstellen, etwas Ähnliches zu tun? Warum nicht? Wie gesagt, ich habe in der Vergangenheit viel Werbung gemacht und immer gute Erfahrungen mit Agenturen. Wenn es sich ergeben sollte, wäre ich offen dafür. Wer weiß, was die Zukunft bringt.

Nächstes Jahr wartet erstmal ein anderer wichtiger Job auf Sie: Am 24. Mai 2014 findet in Ihrer Heimatstadt Lissabon das Champions League Finale statt. Sie sind der UEFA-Botschafter für diese Partie. Wie wollen Sie diese Rolle in der Öffentlichkeit ausfüllen? Gut, hoffe ich. Schließlich repräsentiere ich nicht nur den Wettbewerb, sondern auch mein Land.

Welches Team wollen Sie im Finale sehen? Die Frage ist einfach zu beantworten: Benfica Lissabon gegen FC Porto. Aber es ist wohl etwas unwahrscheinlich, dass das passieren wird. Auf jeden Fall nicht wieder Bayern München. Die haben dieses Jahr gewonnen und können die Schale ruhig mal wieder an ein anderes Team abgeben.

Zum Schluss darf die obligatorische Frage natürlich nicht fehlen: Wer wird 2014 Fußball-Weltmeister und wie weit kommen die Deutschen? Ich drücke natürlich Portugal die Daumen. Aber Deutschland gehört ganz klar zu den Favoriten. Die Mannschaft könnte sehr, sehr weit kommen. bu
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