Lucky-Strike-Anzeige nach Gerichtsurteil Dieter Bohlen bekommt wieder sein Fett weg

Freitag, 20. Februar 2015
Mit diesem Anzeigenmotiv nimmt Lucky Strike Dieter Bohlen erneut aufs Korn
Mit diesem Anzeigenmotiv nimmt Lucky Strike Dieter Bohlen erneut aufs Korn
Foto: British American Tobacco

Das dürfte dem "Pop-Titan" ganz und gar nicht gefallen: Nur einen Tag nach der Klageabweisung im Fall Lucky Strike vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bringt British American Tobacco (BAT) deutschlandweit bei Handelspartnern ein Anzeigenmotiv in Umlauf, das auf ironische Weise erneut Dieter Bohlen ins Visier nimmt - und dabei explizit auf dessen Prozessniederlage eingeht.
"Dieter bekommt halt nicht immer recht", steht auf dem von Geometry Global in Hamburg entwickelten Motiv geschrieben, wobei die Marke wieder einmal den Rotstift angesetzt und weite Teile der Botschaft "durchgestrichen" hat. Was bleibt ist der Claim: "Immer echt."

Pikant: Genau dieser werbliche Kniff war der Auslöser der Klage von Bohlen und Prinz Ernst August von Hannover im Jahr 2003, die durch die Verwendung ihrer Vornamen auf verschiedenen Anzeigen ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sahen. Der EGMR beurteilte die Werbung jetzt als satirisch und damit im Rahmen der Meinungsfreiheit als zulässig. "Bekanntlich sollten ja diejenigen, die austeilen auch einstecken können... Vor allem dann, wenn Deutschlands Werbe-Superstar Lucky Strike mit ironischen Anspielungen Bekanntes aus gesellschaftlichem Leben und Presse kommentiert", so Stephan Rack, Corporate Affairs Manager bei BAT. "Wir teilen die Auffassung des EGMR, dass wir mit unseren damaligen Werbemotiven für die Marke 'Lucky Strike' über Dieter Bohlen und Prinz Ernst August von Hannover öffentliche Themen aufgegriffen und ironisch verarbeitet haben, ohne ihre Privatsphäre verletzt zu haben. Denn Satire bedeutet ja nicht immanent Herabsetzung. Wir begrüßen diese gute Entscheidung für Meinungs- und Werbefreiheit."

Vielleicht ist das letzte Wort in dem Rechtsstreit aber ja auch noch gar nicht gesprochen. Denn noch können Bohlen und Ernst August Berufung gegen das Urteil aus Straßburg einlegen. tt
Mit diesem Anzeigenmotiv nimmt Lucky Strike Dieter Bohlen erneut aufs Korn
Mit diesem Anzeigenmotiv nimmt Lucky Strike Dieter Bohlen erneut aufs Korn (Bild: British American Tobacco)
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