Logistik Auch die Post geht unter die Drohnen-Piloten

Dienstag, 10. Dezember 2013
Die Deutsche Post experimentiert mit Drohnen (Bild: Unternehmen)
Die Deutsche Post experimentiert mit Drohnen (Bild: Unternehmen)
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Kürzlich sorgte Amazon-Chef Jeff Bezos mit der Ankündigung, in naher Zukunft Pakete eventuell per Drohne ausliefern zu wollen, für Aufmerksamkeit. Die Deutsche Post ist da schon viel weiter: Das Unternehmen hat gestern im Rahmen eines Testlaufs erstmals eine Ladung mit einem unbemannten Mini-Helikopter überbracht. Die Post arbeitet bereits seit Längerem an der Paket-Drohne, wie eine Konzersprecherin Anfang Dezember gegenüber der "Welt" erklärte: "Die Deutsche Post DHL hat hierzu ein eigenes Forschungsprojekt, in dem DHL Paket gemeinsam mit dem DHL Innovation Center den Einsatz eines so genannten Paketkopters testet." Damals schaute die Branche jedoch wie elektrisiert in Richtung USA, wo Amazon-Cheff Jeff Bezos gerade erst ein eigenes Drohnen-Projekt namens Prime-Air vorgestellt hatte. Weil die Präsentation aber just zum Cyber-Monday stattfand, dem Schnäppchentag der Online-Händler, wurde Bezos' Enthüllung vielfach als Marketing-Gag abgetan, der mit der Wirklichkeit wenig zu tun habe.

Dabei könnte eine derartige Technologie wohl tatsächlich irgendwann Realität werden. Der erste Testlauf der Deutschen Post jedenfalls kann wohl als geglückt gelten: Eine von vier Rotoren angetriebene Drohne lieferte gestern ein Paket mit Erkältungsmedikamenten von einer Bonner Apotheke über den Rhein zum Post-Tower. Das Päckchen hatte ein Gewicht von knapp einem Kilo, die Distanz betrug etwa zwei Kilometer - die Lieferung dauerte nur wenige Minuten.

Man habe mit dem Test zeigen wollen, dass die Lieferung per Paketkopter machbar ist, zitiert "Welt Online" den Logistik-Spezialist Ole Nordhoff, bei DHL für den Bereich Marktentwicklung zuständig. Und: Das Ganze soll kein PR-Gag zu Weihnachten sein, man hoffe auf den Einsatz in nicht allzu ferner Zukunft: "Eine Anwendungsmöglichkeit sehen wir bei Expresstransporten weltweit in gering besiedelten Gebieten, in denen die Unabhängigkeit vom Straßennetz ein echter Vorteil wäre."

Davor gilt es allerdings noch einige Hürden zu überwinden, vor allem rechtliche. Zivile unbemannte Fluggeräte haben hierzulande generell keine Zulassung. So ist es verboten, ein Fluggerät außerhalb der Sichtweite des Piloten zu betreiben. Zudem bedürfen Start und Landung der Zustimmung des jeweiligen Grundstückseigners. ire
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