Lidl "Was ist eigentlich gut?"-Kampagne hinterlässt Spuren bei der Konkurrenz

Donnerstag, 23. April 2015
Lidl will die Kunden unter anderem  von seinem Kaffee überzeugen
Lidl will die Kunden unter anderem von seinem Kaffee überzeugen
Foto: Lidl/Screenshot Youtube
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Imagekampagne Lidl Neudefinition Aldi Halli Galli Rewe EDEKA


Lidl wollte mit seiner Imagekampagne "Was ist eigentlich gut" bewusst einen großen Wurf landen. Doch während der Neckarsulmer Discounter nach heftiger Kritik zur nächsten Welle ansetzt, mehren sich die Zeichen, dass die Kampagne durchaus wirkt. Der Imageauftritt löste zwar nach dem Launch breite Kritik aus, aber wie eine aktuelle Parodie der Macher der Pro-Sieben-Show "Halli Galli" zeigt, wird die Botschaft durchaus in der Zielgruppe registriert. Und selbst der wichtigste Lidl-Konkurrent zeigt mittlerweile Nerven.
Aldi hatte in der Vergangenheit bisher noch jede Werbeoffensive seines schärfsten Konkurrenten souverän ausgesessen. So haben sich beispielsweise Spekulationen, dass Aldi durch die TV-Kampagne von Lidl zum Einstieg in die Bewegtbild-Kommunikation gezwungen sei, bis heute nicht bewahrheitet.
Lidl
Bild: Unternehmen

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In einem aktuellen Prospektflight von "Aldi informiert" zeigt sich nun allerdings, dass Lidl mit seinem aktuellen Qualitätsthema einen empfindlichen Nerv getroffen hat. Auf gleich zwei Seiten erklärt das Marketingteam von Aldi Süd, weshalb die beim Discounter angebotenen Früchte eine besondere Qualität haben.
Auch bei Aldi Süd ist die Produktqualität plötzlich ein Thema
Auch bei Aldi Süd ist die Produktqualität plötzlich ein Thema (Bild: Unternehmen)
Damit hätten die Neckarsulmer Konkurrenten zumindest einen Achtungserfolg errungen. Es ist kein Geheimnis, dass Lidl mit seiner Imagekampagne eigentlich den Supermärkten eine Qualitätsdebatte aufzwingen und die discounterüblichen Verkaufsabläufe auf eine Stufe mit dem bei Rewe und Edeka üblichen Service heben will. So wird beispielsweise in einem Spot argumentiert, dass das abgepackte Frischfleisch bei Lidl sogar hygienischer sei als an der Fleischtheke gekaufte Ware, da das Fleisch nicht mehr von Menschen angefasst werde. Bisher hat allerdings keiner der großen Supermarktketten in seiner Kommunikation auf die Herausforderung reagiert.
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Auch im HORIZONT Expertencheck fiel die Lidl-Kampagne bei den Teilnehmern als wenig authentisch und ohne Bezug zur Marktrealität durch. In den sozialen Netzwerken ernteten Kritiker wie der Bäcker Stefan Richter ein begeistertes Echo. Allerdings zeigt Aldis Reaktion, dass Lidls Langszeitstrategie aufgehen könnte, die Marke qualitativ über den klassischen Discountern zu positionieren. Aktuell verstärkt der Discounter seine Botschaft mit zwei Imagespots, die Lidl als gutes Unternehmen und guten Arbeitsgeber präsentieren.

Als indirekte Bestätigung des Kurses können das Unternehmen und seine Lead-Agentur Freunde des Hauses auch eine Lidl-Parodie der Pro-Sieben-Show "Halli Galli" werten, in der sich die Show im Lidl-Kampagnenduktus selbst lobt. Denn üblicherweise werden nur Werbekampagnen, die in der breiten Bevölkerung bewusst wahrgenommen werden, als Vorlage für Parodien genutzt. cam
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