Leo's Thjnk Tank McDonald’s und das Geheimnis der Burger-strickenden Textilfirma Beef

Montag, 09. Oktober 2017
McDonald's will die Wahrheit über sein Fleisch erzählen
McDonald's will die Wahrheit über sein Fleisch erzählen
© McDonald's
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Gibt es etwas, was man dem leistungsfähigen deutschen Mittelstand nicht zutrauen würde? Vielleicht folgendes: Dass alle Burger-Pattys von McDonald‘s in Wahrheit an den Strickmaschinen der Textilfirma Beef entstehen. Und das Misstrauen wäre berechtigt: Denn das neue Onlinevideo der Fast-Food-Kette ist ein weiteres Highlight in der laufenden Image-Kampagne "Die Wahrheit über McDonald’s", bei der sich Marketing- und Kommunikationsabteilung des Unternehmens den Lead teilen.

Der neue Film folgt der Logik des ersten Auftritts "Pommeswald" vom Februar, indem er eines der wilderen Gerüchte über die wahren Inhaltstoffe der McDonald’s-Gerichte aufgreift und zur Inspiration für ein pseudo-dokumentarisches Unternehmensporträt macht (Produktion: Soup Film). In diesem Fall erzählt das Video die aberwitzige Geschichte des familiengeführten Strickwarenherstellers Beef (Bitte nicht "bief" aussprechen, denn das ärgert den Unternehmenschef Hans-Joachim Beef wirklich), der während einer Branchenkrise  auf das Stricken von Burgerbratlingen umgestiegen ist und seitdem seine Strickbratlinge an das Restaurant "Zur goldenen Möwe" liefert. Der gemeinsam von Leo’s Thjnk Tank und Salt Works umgesetzte Auftritt trifft die Tonalität angefangen vom Fachchinesisch ("Wir sind der größte Hersteller textiler Maschenbilder durch Garnumschlingung", "Unser Schwerpunkt ist Alltagsemotionalität") bis hin zum Casting der Unternehmensmitarbeiter perfekt. In gewohnter Manier startet die qualitative Kampagne zum McDonald’s-Rindfleisch zeitgleich mit der Aktionskampagne zum Double-Steakhouse-Beef-Bacon-Burger.

Ob die langfristig angelegte Qualitätskampagne des Fastfood-Markführers tatsächlich die Qualitätswahrnehmung verändert, ist derzeit offen, da das Unternehmen dazu – zumindest öffentlich – noch keine Marktforschungszahlen präsentiert hat. Aber zumindest als Markencontent kommt die Kampagne bei der Zielgruppe durchaus an. In den sieben Monaten seit seiner Ausstrahlung ist "Pommeswald" auf Youtube 1,1 Millionen Mal und auf Facebook rund 5 Millionen Mal gesehen worden. Für ein eher nischiges Corporate-Governance-Thema ein beeindruckender Publikumserfolg.
Anders als im Februar wird McDonald’s den Film allerdings nicht auch noch in den Kinos einsetzen. Die Kommunikation wird sich auf die reichweitenstärksten Videoplattformen Youtube und Facebook sowie die Kampagnensite mcdonalds.de/wahrheit konzentrieren. cam

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