Lebensmittelwerbung ZAW wirbt für die freiwillige Selbstkontrolle

Dienstag, 17. September 2013
Julia Busse, Deutscher Werberat (Bild: ZAW)
Julia Busse, Deutscher Werberat (Bild: ZAW)


Wie stark darf Werbung zuspitzen, vereinfachen oder beschönigen? Führt Werbung Verbraucher in die Irre oder trägt sie ihren Teil zur Information bei? Welchen Regeln muss Werbung unterworfen werden oder unterwirft sie sich bereits? Auf diese Fragen antwortet der Branchenverband "Die Lebensmittelwirtschaft" in einer Beitragsreihe. Die jüngste Position kommt von der frischgebackenen ZAW-Sprecherin Julia Busse. "Angesichts der Fokussierung der öffentlichen Diskussion auf das Thema Lebensmittelwerbung haben Hersteller, Handel, Medien und Agenturen im Jahr 2009 Verhaltensregeln über die kommerzielle Kommunikation für Lebensmittel aufgestellt", schreibt Busse, die auch Geschäftsführerin des Deutschen Werberats ist. Danach sei in der kommerziellen Werbung der Lebensmittelwirtschaft alles zu unterlassen, "was als Aufforderung zu einer übermäßigen und einseitigen Ernährung verstanden werden könnte". An Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung solle über das gesetzliche Verbot der direkten Kaufaufforderung hinaus auch keine direkten Aufforderungen zum Konsum enthalten.

Über den Werberat hätten Verbraucher die Möglichkeit, auf Werbebotschaften und -motive unmittelbar Einfluss zu nehmen. Busse: "Beim Werberat geht es um Sachverhalte, die Ethik und Moral in der (Lebensmittel-)Werbung betreffen, um verletzte religiöse Gefühle, Personen herabwürdigende, beleidigende Werbebilder oder Werbetexte, um Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern und Jugendlichen oder gewaltverharmlosende Darstellungen, um einige zentrale Beschwerdegründe zu nennen."

Jede Bürgerin, jeder Bürger könne sich mit Kritik an einer konkreten Werbemaßnahme an den Werberat wenden und damit eine Prüfung auslösen. "Sollte die kritisierte Werbung nicht den hohen Maßstäben der Werbebranche entsprechen, wird sie beanstandet und wenn erforderlich auch öffentlich gerügt", verspricht Busse und verweist auf das Funktionieren der Selbstinstanz: "Die Lebensmittelhersteller respektieren die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats: Von den 305 im Jahr 2012 von der Selbstkontrolleinrichtung zu entscheidenden Fällen betrafen nur 22 Werbemaßnahmen die Lebensmittelbranche."

Den ganzen Gastbeitrag gibt es auf Lebensmittelwirtschaft.org. mh
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