Kreativ-Klau BMW bedient sich bei Freeletics - und das Fitness-Start-up bedankt sich

Freitag, 07. Oktober 2016
Der BMW-Concept-X2-Spot weist starke Ähnlichkeit zu dem Freeletics-Markenfilm aus dem Frühjahr auf
Der BMW-Concept-X2-Spot weist starke Ähnlichkeit zu dem Freeletics-Markenfilm aus dem Frühjahr auf
Foto: Screenshot Youtube
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BMW Plagiatsdebatte Pierre Ostrowski


Plagiatsdebatten gibt es in der Werbung immer wieder. Dabei geht es meist um die Frage, ob die kreative Idee hinter einem Spot wirklich neu ist, oder ob es sie nicht in ähnlicher Form schon einmal irgendwo gegeben hat. Bei einem neuen Beispiel dürfte jedoch Einigkeit darüber bestehen, dass BMW sich von der Markenkampagne der Fitness-App Freeletics aus dem Januar zumindest hat inspirieren lassen.
Es geht um einen Film, den der Münchner Autobauer bei der Paris Motor Show anlässlich der Vorstellung des Concept Cars X2 präsentiert hat. In dem Commercial ist das neue SUV Coupé von BMW in einer Lagerhalle zu sehen. Abwechselnd mit den Einstellungen von dem stehenden Konzeptauto zeigt der Spot in schnellen Schnitten Bilder von trainierenden Hobbysportlern beim Laufen, Klimmzüge-Training und Seilhüpfen. So weit, so gut - würden einem die auf den ersten Blick austauschbar wirkenden Impressionen nicht spätestens bei der Schlusssequenz irgendwie bekannt vorkommen.
Und tatsächlich: Ein aufmerksamer User der Freeletics-Community hat den Kreativklau entlarvt und vor zwei Tagen auf Youtube ein Video hochgeladen (siehe oben), das sowohl Sequenzen des Markenspots der Fitness-App als auch des BMW-X2-Films im Splitscreen nebeneinanderstellt. Das offenkundige Ergebnis: Hier hat sich BMW gemeinsam mit der verantwortlichen Agentur Lucie-P, die Filme für die Messe und Eventauftritte der Marke entwickelt, stark von der ADC-prämierten Arbeit des Start-ups inspirieren lassen. Bei dem Automobilkonzern ist man derweil auch schon auf den Fauxpas aufmerksam geworden. Wie ein Sprecher gegenüber HORIZONT Online mitteilt, hält das Marketing gerade Rücksprache mit seiner Agentur, eine offizielle Stellungnahme soll folgen. Ein Making-of-Video der Regisseurin auf Vimeo, in dem ein Moodboard mit Screenshots aus dem Freeletics-Film zu sehen war, ist mittlerweile vom Netz genommen worden.

Während BMW das Thema intern unter die Lupe nimmt, sieht man bei Freeletics und der verantwortlichen Kreativagentur Überground die ganze Angelegenheit übrigens erfrischend locker - und fühlt sich vielmehr geehrt, dass sich eine globales Marke wie BMW bei dem Start-up bedient, um einem Millionenpublikum auf der größten Automesse Europas ein neues Modell zu präsentieren: "Es freut uns riesig, dass wir als junges Unternehmen auch die Großen inspirieren können. Neben den Preisen, die wir beim ADC gewonnen haben, unterstreicht das noch einmal, welche großartigen kreativen Köpfe wir in unserer Marketingabteilung sitzen haben", so Pierre Ostrowski, Vice President of Marketing bei Freeletics, der sich einen augenzwinkernden Seitenhieb auf den Autobauer doch nicht verkneifen kann: "Das BMW-Team ist natürlich jederzeit herzlich eingeladen, sich bei unserem Team-Training auch von der sportlichen Freeletics-Leidenschaft inspirieren zu lassen." tt
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