"Knit for You" Wie Adidas mit einem Pop-up-Store die Zukunft einläutet

Freitag, 10. März 2017
Im Store "Knit for You" testet Adidas die Techniken der Zukunft
Im Store "Knit for You" testet Adidas die Techniken der Zukunft
© Adidas

Wenn die Mitarbeiter an diesem Samstagabend um 20 Uhr zum letzten Mal den Pop-up-Store "Knit for You" im Einkaufszentrum Bikini Berlin abschließen, endet für Adidas der erste große Meilenstein des Forschungsprojekts "Storefactory". Mit dem Experiment testet der Sportartikelhersteller seit Ende 2016 die Möglichkeiten, die die Digitalisierung für die Produktion und die In-Store-Experience bereithält.

Im Prinzip ist der Shop in der Concept Mall die wortwörtliche Übersetzung des Projekts "Storefactory", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und in der Haupstadt von der Adidas-Inhouse-Agentur Act3 umgesetzt wird: Ein Laden mit angeschlossener Mini-Fabrik. Die Kunden können verschiedene Stationen durchlaufen, etwa die "Create-Station" mit Projektionen und Kinect-Bewegungssensoren oder den "Bodyscan" zur Körpervermessung. Innerhalb eines gesetzten Rahmens designen sie so ihre individuellen Strickpullover. Gefertigt wird innerhalb weniger Stunden direkt im Shop.

Im Pop-up-Store im Bikini Berlin designt der Kunde selbst
Im Pop-up-Store im Bikini Berlin designt der Kunde selbst (Bild: Adidas)
Bei der relativ geringen Kundenfrequenz und den hohen Stückpreisen von 200 Euro steht der Umsatz für Adidas nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es der Marke mit den drei Streifen um neue Erkenntnisse, was die Bedürfnisse und Wünsche der Verbraucher anbelangt, sowie um die eigene Inszenierung als "Creator Brand". Dabei ist "Storefactory" nur eines von mehreren Future-Projekten, dass der Konzern derzeit entwickelt. "Knit for You" ist somit Marktforschungs- und Marketingtool zugleich.
So sieht die "Fabrik" im Laden aus
So sieht die "Fabrik" im Laden aus (Bild: Adidas)
Ein Stichwort lautet dabei In-Store-Erlebnis. "Wir gehen dorthin, wo sich der Konsument aufhält und wo wir direktes Feedback von ihm bekommen können - in den Laden", sagt Tanieff Eckhardt, Projektleiter beim Adidas Future Team. So gewinne der Sportartikler Erkenntnisse darüber, wie individuelle Wünsche und Anforderungen direkt in Produktionsprozesse überführt und in die Fertigung transferiert werden können.
Adidas Here to Create
Bild: Adidas

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