Klage-Konter Philip Morris wehrt sich gegen Verbot der Maybe-Kampagne

Freitag, 18. Oktober 2013
Die umstrittene "Maybe"-Kampagne von Marlboro
Die umstrittene "Maybe"-Kampagne von Marlboro


Der Streit um die Marlboro-Kampagne „Maybe“ geht in die nächste Runde. Philip Morris hat heute Klage beim Verwaltungsgericht München gegen den Bescheid des Landratsamtes München eingereicht. Vergangene Woche hatte die Behörde dem Unternehmen untersagt, mit den Worten „Maybe“ und „Be“ und allen in seiner Marlboro-Kampagne verwendeten Bild- und Textmotiven zu werben. Der Tabakriese sieht sich zu Unrecht angegriffen. „Unserer Ansicht nach entbehrt das Verbot rechtlich und tatsächlich jeder Grundlage. Deswegen bleibt uns nur, den Bescheid des Landratsamtes anzufechten. Wir sind davon überzeugt, dass diese Kampagne die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften einhält und immer eingehalten hat“, sagte Claudia Oeking.

Auch eine Woche nach dem Beschluss zeigt man sich bei Philip Morris über das Vorgehen der Behörde verwundert. Seit Oktober 2012 legt das Unternehmen auf der Grundlage einer freiwilligen Selbstverpflichtung jedes einzelne Motiv der Kampagne vor dem Einsatz in der Außenwerbung und am POS der unabhängigen Institution Wettbewerbszentrale e.V. vor. Dieses zusätzliche Prüf- und Freigabeverfahren hatte der Konzern in Abstimmung mit dem Landratsamt München eingeführt, um die Übereinstimmung mit den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften zu bestätigen. Zuvor hatte es bereits schon einmal Streit um die Kampagne gegeben. Philip Morris hatte daher im vergangenen Jahr die Kampagne ausgesetzt.

„Seit dem Beginn des zusätzlichen Überprüfungsprozesses hatte das Landratsamt München keines der von der Wettbewerbszentrale geprüften und genehmigten Motive beanstandet“, sagt Oeking. Die Kampagne richte sich eben nicht, wie behauptet, an Jugendliche, sondern ausschließlich an erwachsene Raucher. „Konsumenten unserer Marken sollen in ihrer Wahl bestätigt werden, Raucher von Wettbewerbsmarken sollen für unsere Produkte gewonnen werden“, erklärt Oeking die Zielsetzung des Auftritts.

Der Einsatz von Werbung ist nach Auffassung des Unternehmens aber ein legitimes Mittel der Kommunikation mit erwachsenen Rauchern. „Fragen der Regulierung müssen durch den Gesetzgeber beantwortet werden und nicht durch behördliche Anordnungen, die ein einzelnes Unternehmen herausgreifen und den Wettbewerb um Marktanteile bei erwachsenen Rauchern behindern. Wir sind der Meinung, dass Regulierungsmaßnahmen in einem festen gesetzlichen Rahmen und nicht isoliert betrachtet werden sollten“, erklärt Oeking. Man sei aber weiterhin zu einem Dialog bereit. Jetzt aber haben erst einmal die Richter das Sagen. mir
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