Kino Es muss nicht immer die größte Leinwand sein

Freitag, 15. Januar 2016
Cola und Popcorn schmecken auch auf dem eigenen Sofa
Cola und Popcorn schmecken auch auf dem eigenen Sofa
Foto: Horizont
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Star Wars Blockbuster


Der Ansturm an den Kino-Ticketschaltern für Blockbuster wie den aktuellen „Star Wars“-Film mag etwas anderes suggerieren – tatsächlich ist vielen Deutschen ein Gang ins Kino gar nicht so wichtig: 39,9 Prozent warten häufig darauf, bis der Film im Free-TV zu sehen ist.

Weitere 40,8 Prozent geben an, zumindest gelegentlich darauf zu warten, dass ein Kinohit auf dem heimischen Fernseher verfügbar ist. Zum Vergleich: 12,2 Prozent der Deutschen wählen oft den Weg ins Kino, um einen aktuellen Film zu sehen. Das geht aus einer exklusiv für HORIZONT durchgeführten Online-Umfrage des Link Instituts für Markt- und Sozialforschung im vergangenen November hervor. Abgefragt wurden Aussagen über den Kinobesuch sowie den Filmkonsum auf unterschiedlichen Plattformen.

Viele warten auf die Ausstrahlung im Free-TV
Viele warten auf die Ausstrahlung im Free-TV (Bild: HORIZONT)
Insgesamt fällt auf, dass das Verhalten von Männern und Frauen bezüglich der Sehhäufigkeit auf verschiedenen Kanälen kaum voneinander abweicht. Ob Kinobesuch, DVD-Kauf und -Ausleihe, Pay-TV-Konsum oder Free-TV-Nutzung, die Geschlechter agieren sehr ähnlich. Einzige Ausnahme: Das Streamen über einen Video-on-Demand-Dienst. So geben 20,5 Prozent der befragten Männer, aber nur 13,9 Prozent der Frauen an, einen Film häufig über entsprechende Anbieter abzurufen. Auch das Alter macht sich hier erwartungsgemäß bemerkbar: 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen streamen häufig Filme, bei den 50- bis 69-Jährigen sind es 4,7 Prozent.
Als Freizeitbeschäftigung ist Kino beliebt
Als Freizeitbeschäftigung ist Kino beliebt (Bild: HORIZONT)
Den Filmkonsum im Free-TV gefährdet Video-on-Demand noch nicht, insgesamt liegt die häufige Nutzung bei 17,4 Prozent. Allerdings ist der Wert bereits deutlich höher als bei der gleichen HORIZONT- Befragung im vergangenen Jahr (3/2015). Auch wenn die Ergebnisse aufgrund einer ungleichen Basis nicht direkt miteinander verglichen werden können, waren es 2015 erst 13 Prozent, die Kinofilme online abriefen. Nichtsdestotrotz scheint das Thema unabhängige Nutzung wichtiger für die Konsumenten zu werden: Der Aussage, Filme am liebsten zuhause auf DVD oder mittels Video-on-Demand zu sehen, weil dann selbst über das Programm entschieden werden kann, stimmen insgesamt rund die Hälfte der Befragten zu – im Vorjahr (unter Berücksichtigung erwähnter abweichender Basis) waren es rund 45 Prozent. Abgesehen vom vielleicht bequemeren Konsum vom heimischen Sofa aus wissen die Deutschen Filmgenuss im Kino dennoch zu schätzen. Die große Leinwand und der gute Sound sind für mehr als 60 Prozent wichtige Gründe für den Kinobesuch. Ebenso der soziale Faktor: Ins Kino zu gehen, auch mit Freunden, weil es eine abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung ist, stellt für rund 53 Prozent ein zustimmenswertes Argument dar. Die von der Industrie beworbene, immer bessere Technik von Homeentertainment-Geräten hingegen kann vergleichsweise wenig überzeugen. son

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