Kindle Unlimited Amazon bringt E-Book-Flatrate für 10 Euro und muss Prügel fürs Fire Phone einstecken

Dienstag, 07. Oktober 2014
Amazon bringt E-Book-Flatrate nach Deutschland
Amazon bringt E-Book-Flatrate nach Deutschland
Foto: Foto: Amazon

Amazon dürfte auf der Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr Gesprächsthema Nummer 1 sein. Grund ist die Einführung der E-Book-Flatrate Kindle Unlimited in Deutschland. Mit der Ankündigung dürfte der schwelende Streit des E-Commerce-Riesen mit den Verlagen weiter eskalieren. Unterdessen muss sich der US-Konzern Kritik für sein Fire Phone anhören.
Bei diesem Angebot dürfte vielen Buchverlagen angst und bange werden. Gerade einmal 9,99 Euro berechnet der Hersteller des Kindle-E-Book-Readers deutschen Leseratten künftig für seine Buch-Flatrate, die in den USA bereits seit Juli für 9,99 US-Dollar erhältlich ist. Wer sich für den Leihservice Kindle Unlimited entscheidet, kann laut Amazon kostenlos auf mehr als 650.000 Bücher aus dem Kindle-Shop zugreifen - darunter gut 40.000 Titel in deutscher Sprache. Laut Unternehmensangaben sind mehr als die Hälfte der Top 100 Kindle Bestseller verfügbar, darunter die „Harry Potter“-Serie sowie Bücher von Bestseller-Autoren wie Nicholas Vega, Mella Dumont, Nele Neuhaus, Emily Bold, Poppy Anderson und Helen Bryan. Die Gratis-Bücher, die im Shop mit dem Kindle Unlimited Logo gekennzeichnet sind, können nicht nur auf Kindle-Geräten gelesen werden. Mit den Kindle Lese-Apps für iOS und Android werden auch die Nutzer von Apple- und Google-Geräten umworben. 
Washington Post
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„Wir freuen uns sehr, Kindle Unlimited nun auch in Deutschland einzuführen. Damit können Kunden sowohl bekannte Autoren als auch Newcomer kennenlernen“, sagt Jorrit Van der Meulen, Vice President für Kindle Europa. „Mit Kindle Unlimited entdecken Kunden Hunderttausende neue Bücher, stöbern stundenlang durch großartige Literatur und erleben neue Geschichten, Charaktere und Ideen ohne jede Einschränkung – endlich nie mehr ohne Buch sein", so Van der Meulen weiter. Nicht so sehr freuen werden sich die Buchverlage, die sich seit Monaten mit Amazon um Preise und die Verteilung von Einnahmen bei elektronischen Büchern zanken - und nun weitere Einbußen fürchten müssen.

Der Start des Fire Phone in Deutschland droht für Amazon unterdessen zum Bumerang zu werden. Das Smartphone, das wie berichtet seit dieser Woche gemeinsam mit dem Vertriebspartner Deutsche Teekom beworben wird, wird hierzulande bislang alles anders als gut bewertet. Zum Verhängnis wird Amazon dabei ausgerechnet sein eigenes Bewertungssystem: Im Amazon-Store schneidet das Smartphone mit bislang nur 1,5 von 5 möglichen Sternen jedenfalls eher schlecht ab.

Zu der Misere beigetragen hat wohl auch ein Fehler bei der Preisauszeichnung. So wurde das Gerät in der 64-GB-Version fälschlicherweise kurzzeitig für 10 Euro angeboten. Dass daraufhin die Bestellungen kurzerhand storniert wurden, wird auf Twitter mit Häme bestraft.
Auf Facebook kommt das Gerät, das dort mit einem Jahr Prime gratis beworben wird, ebenfalls nicht sonderlich gut an.
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