Kindesmissbrauch Die verstörende Kampagne von Innocence in Danger

Mittwoch, 18. November 2015
Die Motive sollen die Verbraucher mit  dem Thema Kindesmissbrauch konfrontieren
Die Motive sollen die Verbraucher mit dem Thema Kindesmissbrauch konfrontieren
Foto: Innocence in Danger

Bei der auf Kreativwettbewerben weltweit gefeierten Kampagne "The Daily Abuse" setzte Innocence in Danger seinerzeit noch auf die Macht der Worte. Neuerdings nutzt die Kinderhilfsorganisation deutlich drastischere Mittel, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Die aktuelle Kampagne, mit der Innocence in Danger vor Kindesmissbrauch warnen will, zeigt verstörende Bilder von kleinen Mädchen und Jungen, die zu Sexspielzeugen degradiert werden. Darf man das?
Aus Sicht von Julia von Weiler kann die Antwort auf die Frage nur "Ja" lauten. Die Geschäftsführerin der deutschen Sektion von Innocence in Danger räumt zwar ein, dass die Bilder verstörend sind. "Das sollen sie auch sein, um eine Anmutung von dem zu geben, was sich real zuträgt", sagt sie.
(Bild: Innocence in Danger)
Die Kampagnenbilder, die - wie Weiler betont - nicht real sind, sondern am Computer zusammengesetzt wurden, seien im Vergleich zu den realen Missbrauchsabbildungen im Netz 
sogar harmlos. Die betroffenen Kinder lebten für den Rest ihres Lebens in dem Wissen, dass „da draußen“ ihre Bilder im digitalen Orbit herumschwirren. "Wenn wir helfen wollen, müssen wir uns damit auseinandersetzen. Wegschauen oder Verdrängen hilft uns – aber sicher nicht den betroffenen Mädchen und Jungen", ist sich Weiler sicher.  Anlass der Kampagne ist der Internationale Tag gegen Kindesmissbrauch am 19. November. Die von der Berliner Agentur Glow kreierten Motive werden Tageszeitungen für Pro-bono-Schaltungen zur Verfügung gestellt. Glow-Chef Johannes Krempl hofft, dass davon trotz der grenzwertigen Motive auch Gebrauch gemacht wird. "Das ist das Ziel", sagt Krempl gegenüber HORIZONT Online.
(Bild: Innocence in Danger)
Mit den Printmotiven will Innocence in Danger auch Eltern davor warnen, Fotos ihrer Kinder achtlos in sozialen Medien hochzuladen oder digital zu versenden. Flankiert werden die geplanten Print-Schaltungen von einer 
Postkartenaktion. Empfänger der Karten werden aufgefordert, diese an ihren zuständigen Bundestagsabgeordneten zu schicken, damit dieser sich für einen besseren Schutz von Kindern vor Pädokriminellen einsetzen. mas

 

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