Kevin Plank FC St. Pauli rügt Under-Armour-Chef für Trump-Unterstützung

Montag, 13. Februar 2017
 Motiv aus der Saisonkampagne des FC St. Pauli und Under Armour
Motiv aus der Saisonkampagne des FC St. Pauli und Under Armour
Foto: FC St. Pauli

Martialisch, laut, amerikanisch: Under Armour ist eine Marke, die polarisiert. Doch nun wird es ungemütlich für den US-Sportartikler. Denn CEO Kevin Plank äußerte in einem Interview lobende Worte für den umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump. Das bringt der Marke Kritik von einem ihrer prominentesten Testimonials ein - und von einem Fußball-Zweitligisten aus Deutschland.
Donald Trump sei "höchst leidenschaftlich", lobte Plank jüngst in einem Interview mit dem US-Sender CNBC. Und damit nicht genug: Für Unternehmen sei ein Geschäftsmann als Präsident ein "echter Gewinn" ("real Asset"). Trump hatte sich vor Kurzem mit hochrangigen Managern getroffen, um Wachstumsstrategien zu erörtern. Zu den Teilnehmern des Meetings gehörte auch Plank.
Nun spaltet kaum ein Politiker das Land und die Welt so sehr wie Donald Trump. Sein umstrittener geplanter Einreisestopp für Bewohner aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten stößt weltweit genauso auf Kritik wie seine rüden, rücksichtslosen Tweets. Und so verwundert es nicht, dass Under Armour offenen Gegenwind für Planks Trump-Begeisterung erhält. Ein paar wütende Social-Media-Reaktionen würden wahrscheinlich kaum ins Gewicht fallen - dass mit Basketballstar Stephen Curry eines von Under Armours wichtigsten Testimonials offen widerspricht, tut dem Unternehmen hingegen weh.

Curry, der sich im US-Wahlkampf für Trumps demokratische Kontrahentin Hillary Clinton stark gemacht hatte, sagte in einem Interview mit der Zeitung "San Jose Mercury News" über Planks Trump-Beschreibung: "Ich stimme der Beschreibung zu, wenn man das 'et' weglässt". Von "Asset" bliebe dann nur noch "Ass" - Arsch.
St. Pauli Spielertunnel
Bild: Nordpol / Under Armour

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Und nicht nur in den USA sorgten die Äußerungen des Under Armour-CEO für Wirbel - auch beim FC St. Pauli war man alles andere als erfreut. Der Kiezclub wird seit Beginn der laufenden Zweitligasaison von Under Armour ausgerüstet. Schon die Verkündung der Partnerschaft brachte viele Fans des linksalternativen Clubs in Rage. Nun mussten sich die Vereinsverantwortlichen erneut erklären: Man könne Stephen Curry nur zustimmen, heißt es in einem auf Englisch auf der Vereinshomepage veröffentlichten Statement. "Außerdem wünschen wir uns, dass Kevin Plank seine Äußerungen überdenkt, besonders vor dem Hintergrund der vielen Mitarbeiter des Unternehmens mit Migrationshintergrund, die für die Firma ein großer Gewinn sind. Denn, lieber Ausrüster, das Sprichwort "Protect Our House" gilt auch für den FC St. Pauli und dessen Werte", erklärte Präsident Oke Göttlich.

Im Nachgang von Currys Äußerungen sah sich Under Armour zu einer Reaktion genötigt. Auf der Unternehmenswebsite wurde ein Statement veröffentlicht, in dem sich die Amerikaner für Vielfalt und Gleichberechtigung aussprechen. Für Under Armour arbeiteten Menschen verschiedener Religionen, Hautfarben, Nationalitäten und sexueller Orientierung. "Das ist der Kern unseres Unternehmens", heißt es in dem Statement. "Bei Under Armour ist unsere Vielfalt unsere Stärke und wir werden uns weiterhin für die Grundsätze stark machen, die unser Unternehmen, unser Team und unsere Gemeinnschaft verteidigen."

Auch die Beschränkung der Freizügigkeit durch Trumps Einreisestopp lehne man ab. Gleichwohl macht das Unternehmen deutlich, dass sich CEO Plank für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Amerika stark mache. ire
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