Karstadt Läutet nun die Totenglocke für den Kaufhaus-Konzern?

Donnerstag, 14. August 2014
Steht Karstadt vor dem Aus?
Steht Karstadt vor dem Aus?

Die Zeichen verdichten sich, dass die tradtionsreiche Kaufhaus-Kette wohl endgültig abgewickelt wird. Wie die "Bild"-Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe meldet, seien die bisher nur inoffiziell gemeldeten Verhandlungen mit der österreichischen Immobilien-Holding Signa von René Benko im vollen Gang. Allerdings soll Benko keine Absicht haben, die verbleibende Karstadt-Gruppe zu sanieren. Schon bei dem Abgang der bisherigen Unternehmenschefin Eva-Lotta Sjöstedt war bekannt geworden, dass der aktuelle Eigentümer Nicolas Berggruen nicht mehr zu weiteren Investititionen bereit ist und nach einer Ausstiegsoption sucht. Diese Option bietet sich mit der Signa-Holding, die vertraglich das Recht hat, 70 Prozent von Berggruens Karstadt-Anteilen für nur 1 Euro zu übernehmen.

Schon weg: Ex-Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt (c) Stephan Pick
Schon weg: Ex-Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt (c) Stephan Pick
Schon damals war allerdings klar, dass Benkos Holding nicht über die notwendige Kompetenz verfügt, um das angeschlagene Handelsunternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu führen. Nun legt der Bericht von "Bild" nahe, dass das auch nie das Ziel des österreischischen Immobilieninvestors war. René Benko soll an den Karstadt-Filialen in lukrativer Innenstadtlage ausschließlich interessiert sein, um hier Shopping-Malls zu errichten.

Trifft der Bericht zu, würde der Österreicher wohl nach der Übernahme zunächst die 29 Standorte dichtmachen, die schon jetzt nicht als überlebensfähig gelten. An den verbleibenden attraktiveren Standorten würde dann die Abwicklung der Belegschaft mit dem Ziel einer Neueröffnung als Shoppingmall beginnen. Offen wäre dabei, ob Karstadt zumindest als Online-Handelsmarke überleben würde. Denn in der Signa-Holding sind auch die Luxushäuser von Karstadt sowie Karstadt Sport angesiedelt, die bisher zusammen mit der Karstadt-Kette einen gemeinsamen Onlineauftritt betreiben. Denkbar wäre, dass sie in Zukunft auch das Mainstream-Programm der Kette weiterhin online vermarkten. cam

Update, 15.8., 10:20 Uhr: Die Karstadt-Übernahme ist nun offiziell: Signa übernimmt 100 Prozent der Anteile an der Karstadt Warenhaus GmbH sowie jeweils weitere 24,9 Prozent der Anteile an Karstadt Premium Group und Karstadt Sports. Der Kaufpreis beträgt 1 Euro. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts.
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