Kapselkrieg Tchibo attackiert Nespresso mit Kaffee für die Generation Smartphone

Freitag, 05. Februar 2016
Mit Christian Ulmen hat Tchibo ein prominentes Gesicht für QBO gefunden
Mit Christian Ulmen hat Tchibo ein prominentes Gesicht für QBO gefunden
Foto: QBO

Im schier endlosen "Kapselkrieg" steht offenbar eine neue Schlacht an: Mit einem Geheimprojekt unter dem Namen QBO greift Tchibo das Nestlé-Erfolgsmodell Nespresso an. Das berichtet der HORIZONT-Schwestertitel "Lebensmittel Zeitung" (dfv Mediengruppe). Die Maschine soll die Vorzüge eines Vollautomaten mit technischen Innovationen wie der Steuerung per Smartphone verbinden und preislich unter vergleichbaren Nespresso-Geräten liegen.
Der Start für die neue Marke war laut "LZ" bereits für Ende 2015 geplant und musste wegen technischer Probleme verschoben werden. Nun soll der Launch an den ersten beiden Standorten Wien und Berlin im März erfolgen. Die Arbeiten in den Filialen liefen bereits, die Internetseite QBO.de sei seit August registriert, schreibt der Fachtitel. Der Absender Tchibo werde nicht in Erscheinung treten. Entwickelt wird die Maschine von Luna Technology Systems LTS mit Sitz in der Schweiz. Als Geschäftsführer fungieren Ex-Vorwerk-Manager Friedrich Kross und Hamid Dastmalchian, der parallel für Tchibos Kapselsystem Cafissimo zuständig ist.
So sieht die QBO-Kapsel aus
So sieht die QBO-Kapsel aus (Bild: QBO)
Ein prominentes Gesicht hat Tchibo für die Marke QBO auch bereits gefunden: Für das Launch-Event in Berlin wirbt das Unternehmen mit einem Einladungsvideo, das den Schauspieler und Produzenten Christian Ulmen beim Testen des neuen Produkts zeigt. Dort wird auch die Einbindung des Smartphones angedeutet. Wie Ulmen mit der Marke in Verbindung steht, will QBO noch nicht verraten. Nur so viel: Eine Kampagne mit dem beliebten Testimonial (unter anderem Unitymedia, Sky, Rügenwalder Mühle) soll es nicht geben. Vor knapp einem Jahr hatte Tchibo mit der Marke "Black & White"  und dem größten Produktlaunch seit zehn Jahren noch das Comeback des Filterkaffees propagiert. Offenbar will man aber auch im Kapselmarkt weiter expandieren; bislang sind die Hamburger dort mit dem System Cafissimo vertreten. Im Kerngeschäft kriselt es bei Tchibo: Im vergangenen Jahr musste der Konzern nach "LZ"-Informationen ein leichtes Umsatzminus hinnehmen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank dem Vernehmen nach unter die Grenze von 100 Millionen Euro. fam
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