Agentur, Mediamix, Motive So zieht die AfD in den Bundestagswahlkampf

Mittwoch, 21. Juni 2017
So buhlt die AfD um Wähler
So buhlt die AfD um Wähler
© AfD

Rund drei Monate vor der Bundestagswahl am 24. September läuten die politischen Parteien allmählich die heiße Phase des Wahlkampfs ein. Dazu gehört auch die AfD. Nachdem lange unklar war, mit welcher Agentur die Alternative für Deutschland ins Wahljahr zieht, herrscht in dieser Frage nun Klarheit. Auch die Plakat-Motive sind im Kasten. HORIZONT Online hat einen Sprecher der Partei an die Strippe gekriegt - und einige Details erfahren.
Anders als CDU (Jung von Matt), SPD (KNSK), Bündnis90/Die Grünen (Ziemlich Beste Antworten), FDP (Heimat) und Die Linke (DiG/Trialon) arbeitet die AfD mit einer Agentur zusammen, die ihren Sitz nicht in Deutschland hat, womit die Partei ihrem Namen alle Ehre macht. Wie ein AfD-Sprecher gegenüber HORIZONT Online bestätigt, wird die Bundestagswahlkampfkampagne der Partei von Kunkelbakker entwickelt.
Die Motive wurden von Kunkelbakker entwickelt
Die Motive wurden von Kunkelbakker entwickelt (Bild: AfD)
Die Schweizer Agentur, hinter der der deutsche Kommunikationsberater und Schriftsteller Thor Kunkel ("Endstufe") steht, hat sich nach eigenen Angaben unter anderem auf Kommunikationsstrategien, Above-the-Line-Werbung, Mediaplanung sowie Engagement- und Influencer Marketing spezialisiert. Kunkel selbst ist in der Werbebranche kein Unbekannter: Laut seinem Wikipedia-Eintrag hat er bereits als Kreativer für große Networkagenturen wie Young & Rubicam und Leo Burnett gearbeitet. Auf der Agentur-Website wird zudem auf Tätigkeiten bei McCann-Erickson, Wunderman und Team BBDO verwiesen.
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Bild: Fotolia / Lydia Geissler

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Kunkel, der mit seinem Roman "Endstufe" 2004 international Aufsehen erregte und - so schreibt es der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe - "mit den Positionen der AfD keine Probleme" hat, wird laut dem AfD-Sprecher auch das einzige externe Mitglied des Wahlkampfteams sein, das "eine Handvoll Leute" umfasst und sich in den kommenden drei Monaten um die Kampagne der Partei kümmert.

In einigen Bundesländern ist die Plakatkampagne schon angelaufen
In einigen Bundesländern ist die Plakatkampagne schon angelaufen (Bild: AfD)
Die Aufgaben des Teams sind durchaus breit gefächert. Da die Partei keine zusätzliche Mediaagentur beauftragt hat, fallen auch Mediaplanung und Einkauf in den Zuständigkeitsbereich des Teams. Hier ist einiges an Spezialwissen vonnöten. Neben den klassischen Plakaten und den Wahlwerbespots, die die TV-Sender den Parteien traditionell unentgeldlich zur Verfügung stellen, setzt die AfD auch auf Hörfunkspots, Printanzeigen und - vor allem - auf Social-Media-Aktivitäten. "Ursprünglich war geplant, 10 Prozent des Etats in Höhe von 3,5 Millionen Euro in Social Media zu investieren. Jetzt haben wir beschlossen, diesen Anteil zu erhöhen", so der Sprecher. Social Bots und das mit Cambridge Analytica in Verbindung gebrachte sogenannte Programmatic Campaigning - also die zielgenaue Ansprache von Nutzern auf Basis psychologischer Profile - sind nach Angaben des Sprechers allerdings nicht geplant.

AfD Shapira
Bild: Screenshot Facebook / Shahak Shapira / AfD

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Die Debatte über die Plakatmotive, die es laut Welt.de zwischen dem AfD-Bundesvorstand und einigen Landesverbänden gegeben haben soll, hat sich unterdessen offenbar in Luft aufgelöst. Laut dem Sprecher werden die von Kunkelbakker entwickelten Motive, die auch Satiriker Shahak Shapira bereits aufs Korn genommen hat, bundesweit zum Einsatz kommen. Dass der eine oder andere Parteifunktionär einzelne Motive nicht gut finde, sei "völlig normal" und komme in jeder Partei vor. Die Palette der Wahlmotive, die die AfD ihren Landesverbänden zur Verfügung stelle, sei so groß, dass sicher für jeden etwas dabei sei. mas
So buhlt die AfD um Wähler
So buhlt die AfD um Wähler (Bild: AfD)

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