Kampagne gegen häusliche Gewalt Der düstere WM-Spot von JWT London

Dienstag, 24. Juni 2014
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Heute Abend spielt England bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Costa Rica. Für viele Menschen auf der Insel ist das keine gute Nachricht - aber nicht deshalb, weil die englische Mannschaft keine Chance mehr aufs Weiterkommen hat. Denn wie das britische National Centre for Domestic Violence statistisch nachgewiesen hat, stieg bei der letzten WM die Zahl von Fällen häuslicher Gewalt nach England-Spielen deutlich an. Mit einem bedrückenden Spot will das NCDV nun auf das Thema aufmerksam machen. In dem von JWT London kreierten Spot sitzt eine Frau am Küchentisch, aus dem Nebenzimmer hört man die Stimme eines TV-Kommentators, der die letzten Momente eines Fußballspiels begleitet. Plötzlich erstirbt die Stimme, kurz darauf endet auch der Spot. Den Rest darf sich der Zuschauer ausmalen. Ruft man sich die Zahlen ins Gedächtnis, die das NCDV gemeinsam mit dem Polizeiverband ACPO und der BBC eruiert hat, kann man sich den Ausgang der Geschichte denken: Bei der Fußball-WM 2010 wurden nach Spielen der englischen Nationalmannschaft 25 Prozent mehr Fälle häuslicher Gewalt verzeichnet - unabhängig vom Ergebnis.

Ein aktuelleres Beispiel aus der Grafschaft Kent: Hier gab es während des Auftaktspiels der englischen Mannschaft bei der diesjährigen WM 21 zusätzliche Fälle häuslicher Gewalt. Ein Gutteil davon ist der örtlichen Polizei zufolge verbunden mit erhöhtem Alkoholkonsum während der Spiele. "Fußball verursacht keine häusliche Gewalt, aber er kann sicherlich dazu beitragen, gewisse Beziehungen zu verschlimmern", erklärte Inspektor Andy Pritchard Polizei in Kent gegenüber der BBC.

Polizei und NCDV wollen stärker gegen häusliche Gewalt vorgehen und rufen die Menschen daher dazu auf, entsprechende Vorkommnisse zu melden. Auch das Video soll daher fleißig geteilt werden. Auf Twitter macht die Bewegung ebenfalls die Runde, hier wurde der Hashtag #beatDV eingerichtet. ire
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