Kaiser's Tengelmann Tengelmann verkauft Supermarktgeschäft an Edeka

Dienstag, 07. Oktober 2014
Tengelmann gibt seine Supermärkte auf
Tengelmann gibt seine Supermärkte auf
Foto: Foto: Tengelmann

Die Unternehmensgruppe Tengelmann trennt sich von ihrem Supermarktgeschäft: Das in Mülheim an der Ruhr beheimatete Unternehmen veräußert zum 30. Juni 2015 ihre Supermarkttochter Kaiser's Tengelmann samt Tochtergesellschaften an Edeka. Man sehe sich nicht in der Lage, die Supermärkte aus eigener Kraft weiterzubetreiben, teilte Tengelmann mit.
Über die Konditionen des Deals haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Das Bundeskartellamt muss dem Verkauf noch zustimmen. Grund für den Schritt sei eine Analyse des seit Jahren defizitären Supermarktgeschäfts, heißt es in einer Mitteilung. Das Ergebnis sei "auf schmerzliche Weise eindeutig", so Karl-Erivan W. Haub, Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann. "Wir sehen leider keine Perspektive mehr, unsere Supermärkte aus eigener Kraft zu einem profitablen Unternehmen zu machen. Mit einem Marktanteil von nur 0,6 Prozent sind wir mit unseren Supermärkten zu klein, um weiterhin im Markt eine Chance zu haben." Erst im vergangenen Jahr hatte Kaiser's Tengelmann mit einer veränderten Markenkommunikation versucht, im Wettbewerb Boden gut zu machen. Der Verkauf an Edeka versetze Tengelmann immerhin in die Lage, den Supermarkt-Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu bieten, so Haub. Von dem Verkauf sind laut Tengelmann 15.958 Mitarbeiter betroffen. Der Vertrag mit Edeka regelt den Verkauf der Kaiser’s Tengelmann GmbH sowie deren Tochtergesellschaften Bringmeister GmbH, Birkenhof GmbH und Ligneus GmbH sowie der Tengelmann E-Stores GmbH an den Konkurrenten. Insgesamt handelt es sich um 451 Filialen, die zusammen einen Netto-Umsatz von 1,8 Milliarden Euro machen. Zu Tengelmann gehören auch die Baumarktkette Obi sowie der Textildiscounter Kik, außerdem hält das Unternehmen Anteile an den Discountern Tedi und Netto.

Die notwendige Zustimmung durch das Bundeskartellamt ist beleibe kein Selbstläufer. Erst vor wenigen Wochen hatten die Wettbewerbshüter ihre Besorgnis angesichts der zunehmenden Konzentration im Lebensmittelhandel ausgedrückt. "Die Sektoruntersuchung zeigt, dass wir einer weiteren Verschlechterung der Wettbewerbsverhältnisse konsequent entgegenwirken müssen. Die großen Handelskonzerne haben bereits jetzt einen gravierenden Vorsprung gegenüber ihren mittelständischen Konkurrenten und genießen strukturelle Vorteile, die sie in den Verhandlungen mit den Herstellern nutzen können", so Bundeskartellamtschef Andreas Mundt. ire
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