Jung von Matt Mit diesem famosen Science-Fiction-Epos wirbt Edeka für die Weihnachtsliebe

Mittwoch, 29. November 2017
Im Weihnachtsspot von Edeka begibt sich ein Roboter auf die Suche nach menschlicher Liebe
Im Weihnachtsspot von Edeka begibt sich ein Roboter auf die Suche nach menschlicher Liebe
© Screenshot Youtube
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Es ist schon fast eine Tradition: Der Weihnachtstrubel kann erst dann offiziell beginnen, wenn Edeka seinen neuen Festtagsfilm online stellt. Seit heute ist der Film online und bietet im wahrsten Sinne des Wortes ganz großes Kino. Denn statt gesellschaftlicher Appelle mit Debattenpotenzial liefert Edekas Leadagentur Jung von Matt in diesem Jahr ein vierminütiges Science-Fiction-Epos darüber, wie das Weihnachtsfest in 100 Jahren aussieht.

Die schlechte Nachricht an das menschliche Publikum: In 100 Jahren hat Künstliche Intelligenz die Menschen längst als Krone der Schöpfung verdrängt und regiert die Welt. Aber die Dystopie, die optisch an eine Kreuzung aus "Terminator" und "Wall-E" erinnert (Filmproduktion: Sterntag Film, Regie: Matthijs van Heijningen Jr), hat auch einen Hoffnungsschimmer. Denn einer der herrschenden Roboter stolpert zufällig über einen alten Weihnachtsfilm und ist von dem Gesehenen fasziniert. Sein erster heimlicher Versuch, ein Weihnachtsfest mit Schaufensterpuppen nachzustellen, scheitert. Schließlich macht er sich mit einem Adventsstern auf, das Geheimnis von Weihnachten von den in der Wildnis lebenden Menschen zu lernen. Besagtes Geheimnis verrät der Film schließlich in seinem Abbinder: "Ohne Liebe ist es nur ein Fest." Damit liefert die Online-Verlängerung der Edeka-Weihnachtskampagne letztlich noch einmal eine Neuinterpretation für den Hashtag der Gesamtkampagne #KeinFestohne. Bezog sich der Hashtag im TV-Film auf die Rezeptempfehlungen des menschlichen Kollegen, die von seiner Liebe zu den Lebensmitteln profitierten, gilt der Hashtag online nun für die Liebe der Feiernden, die Weihnachten erst zu einem ganz besonderen Fest machen. Damit präsentiert Edeka dieses Jahr eine deutlich stärkere Integration der Offline- und Onlinekomponente in der Kampagne, verzichtet dafür aber auf den Versuch eine gesellschaftliche Debatte zu entzünden. Das mag auch daran liegen, dass sich das Instrument in den vergangenen zwei Jahren spürbar abgenutzt hat. Erntete Edeka für „Heimkommen“ noch reichlich Earned Media, fiel die Resonanz für „Zeit schenken“ 2016 schon deutlich verhaltener aus.

Aber „Weihnachten 2117“ kann auch so mit öffentlicher Resonanz rechnen. Denn indem der Online-Film das Thema Künstliche Intelligenz für sich nutzt und weitgehend auf weihnachtliche Klischee-Bilder verzichtet, ist er nah am aktuellen Zeitgeist und sticht gleichzeitig deutlich aus dem Mainstream der Weihnachtswerbung heraus. Speziell im Vergleich zu Konkurrent Rewe ist der kreative Abstand deutlich sichtbar. cam

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