Jetzt offiziell Adidas und DFB verlängern bis 2022

Montag, 20. Juni 2016
Häkchen dran: Adidas-Chef Herbert Hainer verlängert mit dem DFB
Häkchen dran: Adidas-Chef Herbert Hainer verlängert mit dem DFB
Foto: Adidas

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, nun ist es offiziell: Adidas bleibt bis 2022 Generalausrüster des Deutschen Fußball-Bundes. Medienberichten zufolge spült der neue Deal wesentlich mehr Geld in die Kassen des DFB.
Der laufende Kontrakt zwischen dem Verband und dem Sportartikler ist bis 2018 terminiert. Während dieser Laufzeit kassiert der DFB dem Vernehmen nach 25 Millionen Euro pro Jahr. Der neue Vertrag mit Adidas wird laut DFB "zu deutlich verbesserten Konditionen" verlängert - genau genommen zahlt der Sponsor zukünftig doppelt so viel wie bisher. "Wir haben dem DFB ein Finanzpaket von 50 Millionen Euro pro Jahr angeboten, und der DFB hat das auch so akzeptiert", sagte Adidas-CEO Herbert Hainer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Gleichzeitig betont der Verband, dass der Entscheidung ein "offener, transparenter Wettbewerb" vorangegangen sei. DFB-Präsident Reinhard Grindel spricht sogar von den "transparentesten, anspruchsvollsten und am Ende für den DFB wirtschaftlich erfolgreichsten Verhandlungen in der Geschichte unseres Verbandes." Bei früheren Verhandlungen hatten Beobachter zuweilen das Gegenteil beobachtet: Bereits 2007 soll Nike dem DFB einen Zehnjahresvertrag für rund 500 Millionen Euro geboten haben - also wesentlich mehr, als Adidas letztendlich zahlte. Dennoch kam der Deal nicht zustande.
„Es waren die transparentesten, anspruchsvollsten und am Ende für den DFB wirtschaftlich erfolgreichsten Verhandlungen in der Geschichte unseres Verbandes. “
Reinhard Grindel
Die verringerte Laufzeit lässt darauf schließen, dass der DFB den Ausrüstervertrag künftig noch genauer prüfen will. Dafür spricht auch, dass Adidas eine wichtige Einschränkung hinnehmen muss: Laut dpa soll der Ausrüster kein sogenanntes Matching Right mehr haben, das dem Unternehmen ermöglicht, Konkurrenzofferten mit einem höheren Angebot zu erwidern.

Für den scheidenden Adidas-Chef Hainer ist die Verlängerung mit dem DFB eine der letzten großen Aufgaben, die er an der Spitze des Unternehmens abhaken kann. Im Oktober übergibt Hainer den Chefposten an Henkel-Mann Kasper Rorsted. "Wir gehören zusammen, weil sowohl der DFB mit seinen Nationalmannschaften als auch wir als globales Sportartikelunternehmen Deutschland hervorragend in der Welt präsentieren", so Hainer. "Wir stehen für all das, was das Gütesiegel 'made in Germany' ausmacht: Wir sind erfolgreich, wir sind innovativ und wir liefern Qualität. Wir sind weltoffen, multikulturell und machen Freude."
Coca-Cola EM-Kampagne
Bild: Coca-Cola

Mehr zum Thema

Repucom-Studie zu EM-Sponsoren Coca-Cola fängt Adidas kurz vor Turnierstart bei der Bekanntheit ab

Gleichzeitig kündigt Hainer an, künftig verstärkt in Deutschland produzieren zu wollen. So sei etwa geplant, das DFB-Trikot im Heimatmarkt zu fertigen. Die Spielkleidung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist für Adidas regelmäßig ein Kassenschlager: Zur WM 2014 erzielte der Hersteller einen Absatzrekord von mehr als 2 Millionen Trikots, in diesem Jahr sind es bereits 1,3 Millionen.

Der DFB wiederum will die lukrative Zusammenarbeit dafür nutzen, "um den DFB und den deutschen Fußball besser zu machen. Dabei werden wir zugunsten des Spitzenfußballs ebenso investieren wie in die Arbeit an der Basis. Wir werden dazu die Landesverbände stärken und vor allem die Talentförderung weiter verbessern", so Grindel.

Dabei könnte auch das Geld eines weiteren Sponsors helfen: Ach mit Rewe hat der DFB die Partnerschaft verlängert, sie wird bis 2018 fortgesetzt. Gemeinsam mit seinem "Offiziellen Ernährungspartner" will der Verband nicht nur weiterhin Kampagnen wie die mit Nationalmannschaftskoch Holger Stromberg und Stürmer Thomas Müller fahren, sondern auch ein Nachhaltigkeitsprojekt entwickeln.
 ire
Meist gelesen
stats