Jetzt noch 'ne Luftnummer ADAC rutscht tiefer in die Krise

Freitag, 24. Januar 2014
Stern.de berichtete zuerst über die privaten Hubschrauberflüge Meyers (Bild: Screenshot stern.de)
Stern.de berichtete zuerst über die privaten Hubschrauberflüge Meyers (Bild: Screenshot stern.de)


Der ADAC muss sich weitere unangenehme Fragen gefallen lassen. Wie der "Stern" berichtet, haben Präsidiumsmitglieder die Rettungs-Hubschrauber des ADAC genutzt, um zu Veranstaltungen zu reisen. Der ADAC bestätigt das. Aber das sei "weniger als 30 Mal" vorgekommen. Damit dürfte dem ADAC die nächste Entrüstungswelle sicher sein. Nach der Manipulation bei der Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen beim Autopreis "Gelber Engel" durchforsten seit Tagen Heerscharen von Journalisten den Keller des ADAC nach Müll. Und was da zu Tage tritt, sorgt immer wieder für Aufregung. Jetzt gerät Präsident Peter Meyer für Flüge mit den Hubschraubern in die Kritik, die allerdings wohl vor zehn Jahren stattfanden. Die Maschinen werden aus Bundesmitteln, Krankenkassenbeiträgen, von den ADAC-Mitgliedern und durch Spenden finanziert. Laut ADAC-Statuten darf das Präsidium in begründeten Ausnahmefällen Reservemaschinen der Luftrettung nutzen, heißt es beim ADAC. "Es wurde in keinem Fall ein Hubschrauber zu privaten Zwecken genutzt", erklärte ein Sprecher.

Ungemach droht dem ADAC auch von ganz anderer Seite. Seit gestern prüft das Registergericht beim Amtsgericht München den Vereinsstatus der Pannenhelfer. Hintergrund sind die vielfältigen wirtschaftlichen Aktivitäten jenseit der Flugrettung und der Pannenhilfe. Eine Entscheidung darüber soll spätestens in einem Monat fallen. Seit Tagen kritisieren Experten wie Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer die Strukturen bei dem Automobilclub und fordern eine Reform sowie wie mehr Transparenz. Zudem versuchen Wettbewerber die Situation für sich zu nutzen.

Seit ein paar Tagen macht etwa der Automobilclub Mobil in Deutschland mit Sitz in München mit einer PR-Kampagne in den sozialen Netzwerken und einem Imagefilm auf Youtube für sich Werbung. Die Attacke verwundert kaum. Laut einer exklusiven Online-Blitzumfrage von Survey Sampling Germany im Auftrag von HORIZONT und der Mainzer Managementberatung 2hm hat derzeit fast jeder Zweite weniger Vertrauen in den ADAC als vor dem Beginn der Krise. Auf Facebook finden sich die ersten Postings, in denen ADAC-Mitglieder erklären, dass Sie gekündigt haben. Hier versuchen die Wettbewerber jetzt Punkte zu sammeln. mir
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