Ja zur Werbung Spanische Werber werben für den Wert Werbung

Freitag, 11. Oktober 2013
Auf diesem Motiv vereinigen sich Danone und die Brauerei Mahou
Auf diesem Motiv vereinigen sich Danone und die Brauerei Mahou

Seit Anfang Oktober findet die spanische Öffentlichkeit Werbemotive für wahrhaft seltsame Produkte. Doch hinter den Anzeigen für Bierjogurt oder Waschmittel in Thunfischdosen steckt kein besonders gewagter Versuch der Markendehnung, sondern eine Gattungsinitiative der spanischen Werbeindustrie. 31 Gremien und Fachverbände haben sich zusammengeschlossen, um unter dem Claim "Publicidad Si!" (Ja zur Werbung) für die eigene Sache zu werben. 1,2 Millionen Euro an Media-Investitionen stecken die Beteiligten in die Kampagne, die sich auch als verzweifelte Notmaßnahme interpretieren lässt. Denn der spanische Werbemarkt erlebt derzeit einen dramatischen Verfall.
Hier gehen der Dosenfabrikant Calvo und Micolor zusammen
Hier gehen der Dosenfabrikant Calvo und Micolor zusammen
Die Zahlen für das 1. Halbjahr des spanischen Werbemarkts zeichnen ein unveränderten Sturzflug: -14,3 Prozent verzeichneten die klassischen Medien im Vorjahresvergleich. Und auch 2012 war für Spanien schon ein Krisenjahr. Die Unternehmen reagieren auf die unverändert desolate Wirtschaftslage im Land, indem sie konsequent ihre flexiblen Kosten reduzieren. Ein naheliegender Posten in dieser Rechnung sind unweigerlich die Werbespendings. Hier will die von Innocean Spanien entwickelte Kampagne einhaken und Gegenargumente liefern. Die Kampagne, die unterschiedliche Marken zusammenbringt und in den TV-Spots die eigentlichen Macher von Kampagnen in den Vordergrund treten lässt, möchte vermitteln, dass die Werbung für 2,6 Prozent des Brutto-Inlandsprodukts verantwortlich und zudem ein wesentlicher Treiber des Unternehmenserfolgs ist.



Die Kampagne geht auf eine Idee von Carlos Martínez-Cabrera, dem Präsident des Spanischen Verbands der Kommunikationsagenturen (AEACP), zurück und wurde sofort von dem spanischen Verband der Werbungtreibenden AEA unterstützt. Als Plattform existiert "Publicidad Si!" zwar schon seit 2010, doch erst in diesem Jahr promoten die Unterstützer ihr Anliegen mit einer eigenen klassischen Werbekampagne in TV, Print, Out-of-Home, Radio und Internet. Santiago Gramunt, General Manager bei Innocean Worldwide Spanien: "Wir in der Branche hoffen, dass die Kampagne in Spanien eine Debatte entfachen wird über die Rolle, die die Kreativindustrie bei der Förderung von Wachstum und Wohlstand spielen kann - insbesondere jetzt, wo unser Land diese Phase der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Arbeitsplatzmangel gerade hinter sich lässt." cam
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