Irreführende Werbung Sony muss US-Verbraucher entschädigen

Donnerstag, 27. November 2014
Der Sony-Claim "make. believe"
Der Sony-Claim "make. believe"
Foto: Sony
Themenseiten zu diesem Artikel:

Sony Playstation Spielekonsole


Dämpfer für Sony: Der japanische Elektronikriese muss in den USA Käufer der PlayStation Vita entschädigen. Grund sind irreführende Aussagen in der Launch-Kampagne für die Spielekonsole.
Wie die amerikanische Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) mitteilt, hat Sony eingewilligt, den Streit beizulegen und die von der Behörde auferlegte Strafe akzeptiert. Die ist durchaus als saftig zu bezeichnen. Zum einen hat die FTC Sony dazu verdonnert, Vita-Käufer in den USA zu entschädigen. Wer bis Juni 2012 eine Vita-Konsole für rund 250 US-Dollar gekauft hat, hat nun Anspruch entweder auf eine Zahlung in Höhe von 25 US-Dollar oder auf einen 50-US-Dollar-Gutschein für Sony-Produkte wie Videospiele. Sony muss Vita-Käufer sogar per E-Mail auf ihren Anspruch hinweisen. Zum anderen musste Sony zusichern, in Zukunft auf irreführende Werbeclaims wie bei der Ende 2011 gestarteten Vita-Kampagne zu verzichten. In den von der Agentur Deutsch, Los Angeles, entwickelten TV-Spots (siehe oben) wurde die mobile Konsole unter anderem als "wegweisend" und "revolutionär" bezeichnet. Viele Versprechen, etwa das nahtlose Weiterspielen auf einer anderen Playstation-Konsole oder auch die 3G-Fähigkeit des Geräts, stellten sich aber als heiße Luft heraus. Beanstandet wurde auch eine Guerillakampagne, die Deutsch unter dem Hashtag #gamechanger durchführte. Dass die durchweg positiven Tweets zu Playstation Vita von Mitarbeitern der Agentur verfasst wurden, die sich nicht als solche zu erkennen gaben, ist aus Sicht der FTC ebenfalls nicht hinnehmbar.

Jessica Rich, Direktorin der Abteilung für Verbraucherschutz bei der FTC, nutzt den Fall Sony, um Unternehmen rechtzeitig vor der Weihnachtssaison vor allzu waghalsigen Werbeaktionen zu warnen. "Die Unternehmen müssen wissen, dass - wenn sie Produktversprechen wie Sony abgeben - sie diese auch liefern müssen." Die Behörde werde nicht zögern, sich im Falle irreführender Werbeversprechen für die Konsumenten einzusetzen, so Rich weiter.

Auch die aktuelle Kampagne für die Vita-Konsole steht unter keinem guten Stern. Ein sexistischer Spot für die Remote-Play-Funktion der Konsole, in dem eine Ärztin auf Masturbation anspielt, ist laut einem Bericht von Cnet vor wenigen Tagen wieder aus dem Netz entfernt worden. mas
Meist gelesen
stats