Irreführende Werbung Mercedes überarbeitet Kampagne für die S-Klasse

Montag, 26. August 2013
Stein des Anstoßes: Die Anzeigenmotive für die S-Klasse
Stein des Anstoßes: Die Anzeigenmotive für die S-Klasse

Bei der Werbekampagne für die S-Klasse von Mercedes-Benz ist irgendwie der Wurm drin. Erst musste sich die Daimler-Marke gegen Plagiatsvorwürfe von Seiten des Wettbewerbers BMW wehren, heute flatterte dem Stuttgarter Autobauer auch noch ein unangenehmer Brief ins Haus. Laut einer vom Landgericht Stuttgart erlassenen Einstweiligen Verfügung muss Mercedes seine Werbekampagne in Teilen ändern.
Erwirkt hat die Einstweilige Verfügung die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Berlin. Aus Sicht der Verbraucherschutzorganisation sind einige Angaben zu Spritverbrauch, CO2-Emissionen und CO2-Effizienzklassen, die Mercedes via Printanzeigen verbreitet hat, geschönt. So werde auf den von Jung von Matt, Hamburg, entwickelten Motiven der Eindruck erweckt, dass alle Modelle der S-Klasse niedrige CO2-Emissionen und günstige CO2-Effizienzklassen böten. Dies treffe aber nicht zu. So seien die CO2-Emissionen der AMG-Modelle erheblich höher als in der Werbung angegeben.

Für DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch ist das ein "besonders dreisten Fall von Verbrauchertäuschung". Die Kampagne stelle die neue S-Klasse als umweltverträglicher dar als sie tatsächlich ist und sei daher irreführend, so Resch.

Bei Mercedes-Benz reagiert man gelassen auf die Einstweilige Verfügung. "Die klassische Werbung für die neue S-Klasse von Mercedes Benz begann zu einem Zeitpunkt, an dem die AMG-Version weder publiziert noch eine Verkaufsfreigabe erfolgt war", erklärt eine Sprecherin gegenüber HORIZONT.NET. Folglich habe der Autobauer zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung gesehen, das AMG-Modell in der Anzeige mit Verbrauchsangaben oder Effizienzklassen zu berücksichtigen. Nach der Bekanntgabe der CO2-Werte der AMG-Version hätte Mercedes-Benz die Angaben im Internet und in den Print-Vorlagen sofort berücksichtigt. "Aufgrund des längeren Vorlaufs für die Drucklegung zum Beispiel in Publikumszeitschriften kam es zu einer zeitlichen Überschneidung. Aus diesem Grund gab es in diesem kurzen Zeitraum Anzeigen, die die AMG-Version noch nicht berücksichtigt hatten", so die Sprecherin weiter. Inzwischen sollen die Anzeigen komplett angepasst worden sein. mas
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