"Irreführende Werbung" Deutsche Umwelthilfe will Daimler verklagen

Freitag, 16. August 2013
Daimler wirbt seit Anfang Juli für die neue S-Klasse (Bild: Daimler)
Daimler wirbt seit Anfang Juli für die neue S-Klasse (Bild: Daimler)


Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zerrt Daimler vor Gericht: Die klagefreudige Berliner Organisation wirft dem Stuttgarter Autobauer irreführende Angaben in der Kampagne "Vision erfüllt" für die Mercedes S-Klasse vor. Konkret geht es dabei um die CO2-Emissionen von Daimlers Flaggschiff, die laut DUH viel höher lägen als auf den Werbemitteln angegeben.
Die genannten Emissionswerte sind laut DUH irreführend (Zum Vergrößern klicken; Bild: Daimler)
Die genannten Emissionswerte sind laut DUH irreführend (Zum Vergrößern klicken; Bild: Daimler)
Dort werden Emissionswerte von 213 bzw. 225 g/km sowie die Energieeffizienzklassen D bis A genannt. Das Modell "S 63 AMG 4Matic lang" erreiche jedoch nur die Klasse F, die "S 63 AMG" die Klasse E, wie die DUH moniert. Die tatsächlichen Emissionswerte von 242 g/km bzw. 237 g/km lägen jedoch um rund 11 Prozent höher als in der Werbung angegeben. Indem Daimler dies verschweige, erscheine die S-Klasse "umweltverträglicher, als sie es tatsächlich ist", heißt es in einer Mitteilung der DUH.

Der Konzern soll in einer Stellungnahme der DUH gegenüber erklärt haben, dass zum Zeitpunkt des Druckunterlagenschlusses die Emissions- und Spritverbrauchswerte für die beiden PS-stärksten Modelle der S-Klasse noch nicht vorgelegen hätten. Man habe Daimler zunächst aufgefordert, die Angabe von unzutreffenden Energieeffizienzklassen sowie falsche Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen zu unterlassen, wie die DUH mitteilt. Da dies nicht geschah, will die Organisation vor dem Landgericht Suttgart klagen. "Die Kreativität der deutschen Autobauer, den Verbraucher bezüglich der tatsächlichen Energieeffizienzklassen und Spritverbräuche zu täuschen, kennt offensichtlich keine Grenzen", schimpft DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

In einer Stellungnahme gegenüber HORIZONT.NET führt Daimler aus, dass die Werbemaßnahmen für die S-Klasse Mitte Juni anliefen, als die AMG-Version weder publiziert noch eine Verkaufsfreigabe erfolgt war. "Folglich hatten wir zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung, das AMG-Modell in der Anzeige mit Verbrauchsangaben und/oder Effizienzklassen zu berücksichtigen", heißt es. Am 19. Juli sei die AMG-Version publiziert und die Werte sowohl im Internet als auch in den Print-Vorlagen berücksichtigt worden. "Aufgrund des längeren Vorlaufs für die Drucklegung z.B. in Publikumszeitschriften kam es zu einer zeitlichen Überschneidung. Aus diesem Grund gab es in diesem kurzen Zeitraum Anzeigen, die die AMG-Version noch nicht berücksichtigt hatten." ire
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