Infront Sportrechte-Vermarkter geht für eine Milliarde Euro an chinesische Wanda-Gruppe

Dienstag, 10. Februar 2015
Infront-Chef Philippe Blatter
Infront-Chef Philippe Blatter
Foto: Infront

Für 1,05 Milliarden Euro hat die chinesische Dalian-Wanda-Gruppe den Schweizer Sportrechte-Vermarkter Infront gekauft. In einem Bieterwettbewerb habe sich Wanda zusammen mit drei weiteren Investoren durchgesetzt, und werde Infront von dem Finanzinvestor Bridgepoint übernehmen, wie die Firma am Dienstag mitteilte.
Wanda erhält durch den Deal 68,2 Prozent der Anteile an Infront. Executive-Direktor des Sportrechtehändlers und Vermarktungspartners mehrerer Fußball-Bundesligisten ist Weltmeister Günther Netzer. Infront-Chef Philippe Blatter ist der Neffe des Präsidenten des Fußball-Weltverbands Fifa, Sepp Blatter. Die Wanda-Gruppe treibt derzeit eine aggressive Expansion im Ausland voran. Erst vergangenen Monat hatte sie für 45 Millionen Euro Anteile am spanischen Fußballmeister Atlético Madrid übernommen. Den neuen Vorstoß in das Sportgeschäft will Wanda unter anderem dazu nutzen, Chinas Bewerbungen für große, internationale Sportereignisse zu unterstützen. Peking sowie Almaty in Kasachstan sind die letzten Bewerber für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022.

Bridgepoint hatte Infront vor mehr als drei Jahren gekauft. Damals war über eine Verkaufssumme von 550 Millionen Euro spekuliert worden. Wanda gilt als Chinas größter Immobilienkonzern und hält außerdem die größte Kino-Kette des Landes. Firmenchef Wang Jianlin ist einer der reichsten Chinesen. Zu dem Konzern gehören unter anderem Hotels, Einkaufszentren und der britische Yacht-Produzent Sunseeker. dpa
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